Schloss Trautenfels |  © Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_Trautenfels,_S%C3%BCd-Ansicht.JPG
Schloss Trautenfels | © Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schloss_Trautenfels,_S%C3%BCd-Ansicht.JPG
Donnerstag 07:00 bis 28. 09. 2019 19:30
Referent/innen: Dr. Deuer
Veranstalter: Katholischer Akademikerverband

Am Anreisetag fahren wir zunächst auf der Tauernautobahn in den salzburgischen Pongau, wo wir einen Spaziergang durch Radstadt machen. An einem Verkehrsknoten zum Schutz und zur Kontrolle der Salzburger Handelswege entstanden, wurde der Ort im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts als planmäßige Stadt angelegt. Wir besichtigen die gotische Stadtpfarr- und die barocke Kapuzinerkirche sowie die eindrucksvollen Reste der Stadtbefestigung.

Weiter geht es über die steirische Landesgrenze, wo wir bei den Ruinen der Paßbefestigung Mandling kurz Halt machen, nach Schladming. Heute vor allem durch den Wintersport geprägt, finden sich dennoch viele bemerkenswerte historische Spuren. Die spätmittelalterliche Stadt war durch Bergbau reich geworden, verlor aber nach dem Knappenaufstand 1525 ihre Stadtrechte und musste quasi von vorne anfangen (1529 wieder Marktrechte, doch erst seit 1925 wieder eine Stadt!). Beachtlich sind die katholische Stadtpfarrkirche mit ihrem bemerkenswertem spätromanischen Turm sowie im Inneren die Epitaphien und die neoromanische evangelische Pfarrkirche mit dem Rest eines Flügelaltares aus der Reformationszeit. Neben einigen Bürger- und Bruderschaftshäusern sind vor allem das heutige Rathaus als ehemaliges Jagdschloss der Familie Coburg sowie das sog. Flechnerhaus zu nennen. Schließlich machen wir einen Abstecher in die Ramsau, einem Zentrum des Geheimoprotestantismus, wo wir die alte katholische und die neue protestantische Pfarrkirche besichtigen. Auch das alte Toleranzbethaus steht noch. Abendessen und Nächtigung in Haus im Ennstag

Am Freitag machen wir zunächst einen Spaziergang durch das Pfarrdorf Haus und besichtigen die geräumige barocke Kirche, neben der sich ein sehenswertes Dekanatsmuseum befindet. In der Kirche von Oberhaus sehen wir eine kuriose Barockkanzel mit einem Drachen als Kanzelfuß. Im Markt Gröbming besichtigen wir die mächtige Pfarrkirche, in der vor allem der spätgotische Flügelaltar mit den Zwölf Aposteln beeindruckt. Ein Abstecher führt uns auf die malerisch am Fuße des Grimming gelegene Pürgg, das „Kripperl der Steiermark“ (Peter Rosegger), wo wir die bedeutende romanische Johanneskapelle mit ihren rätselhaften Fresken sowie die mächtigen, ebenfalls in die Romanik zurückreichende Pfarrkirche zu Ehren des heiligen Georg mit einer qualitätsvollen Ausstattung vom späten 12. bis ins 20. Jahrhundert finden. Am Nachmittag Besichtigung des Barockschlosses Trautenfels (benannt nach dem Bauherrn Siegmund Friedrich von Trauttmannsdorf, es hieß vorher Neuhaus) mit bemerkenswerter Stuck- und Freskenausstattung. Ein Fußweg führt uns zu einer protestantischen Kirchenruine, die 1599 im Zuge der Gegenreformation demonstrativ zerstört wurde und heute, wieder freigelegt, als Stätte der Ökumene und Toleranz dient. Abendessen und Nächtigung wieder in Haus im Ennstag

(Achtung, bei Schönwetter wird am Vormittag eine Seilbahnfahrt auf den Hauser Kaibling, 2015 m, ins Auge gefasst – bekannte FIS-Weltcup-Damenabfahrtstrecke).

Am Samstag machen wir zunächst bei der modernen Pfarrkirche von Aigen (Volker Giencke) Halt, ebenso an der Gedenkstelle für das Grubenunglück von Lassing (1998). Anschließend besichtigen wir die Burg Strechau mit großartigen Renaissanceräumen und –sälen, einer der bedeutendsten protestantischen Burgkapellen Österreichs sowie einer sehenswerten Oldtimerausstellung (Steyr-Fiat). Das Mittagessen nehmen wir im einstigen Knappenort Oppenberg ein, wo sich in der Kirche der Rest eines bedeutenden spätgotischen Weihnachtsaltares von Erasmus Grasser befindet. Am Nachmittag besuchen wir noch die romanischen Filialkirche von Dietmannsdorf und fahren danach über Hohentauern und das Pölstal nach Kärnten zurück.