Pfarre

Spittal an der Drau

Dekanatstag in Spittal

"Gut, dass es die Pfarre gibt" und Eröffnung der Ausstellung "New Hope"

Dechant Mag.Michael Kopp (© Foto: iLi)
Dechant Mag.Michael Kopp (© Foto: iLi)

Unter dem Motto der kommenden Pfarrgemeinderatswahl fand am 21.01.2012 in der Pfarre Spittal der traditionelle Dekanatstag statt. Dechant Mag. Michael Kopp begrüßte nicht nur die Vertreter der Gastgeberpfarre mit Stadtpfarrer Mag. Ernst Windbichler, sondern auch Pfarrer des Dekanats, KR Ignaz Weyrer, Msgr. Mag. Helmut Gfrerer, GR Franz Unterberger und Mag. Robert Wurzer, viele Pfarrgemeinderäte und eine treue Schar von Gläubigen, ebenso wie Mag. Maximilian Fritz aus dem PGR-Referat der Diözese, der ein mitreißendes Impulsreferat hielt. 

Warum ist es gut, dass es die Pfarre gibt?

Weil sie nicht nur ein klar umrissenes Gebiet für Christen, die ihren Glauben bekunden, ist, sondern auch ein Ort der Identität mit jahrtausendealten verwurzelten kirchlichen Traditionen und oft ortsgebundenem besonderen Brauchtum unserer Täler. Da wo wir Christen daheim sind, da wo die Gräber unserer Familienmitglieder sind, da bietet die katholische Kirche trotz Landflucht und Dorfsterben zur Anonymität der Stadt pfarrliche Eigenheiten wie Besuchsdienste, Ministrantenstunden, Seniorengruppen, und vieles mehr, damit gibt sie Orientierung und Stabilität für viele Menschen.

Seit 2000 Jahren gibt es die Pfarre(n) als Ergebnis der Kirchengeschichte, gegründet von den Aposteln, gibt es gelebte Glaubensgeschichte über diese unvorstellbare Distanz von Jahren, in denen Menschen zu diesem einen Gott beten!
Pfarre ist aber auch der Ort für die Liturgie, die Caritas, die Verkündigung und die Gemeinschaft, diese vier zusammen gehörenden Grundaufträge, für die es seit 1997 Benannte gibt, die mit dem Priester, der im Sinne dieser vier Grundaufträge geweiht ist, das Gewissen dafür bilden.
Die Besinnung auf die Grundaufträge ist aber nicht nur eine Erfolgsgeschichte, auch Scheitern ist verbrieft, kann aber trotz allem gelingen, wenn eine Pfarre Heimat schafft, egal wie viele kommen, wenn es uns gelingt, die Menschen ohne Vorbehalte freundlich aufzunehmen, sie herzlich zu begrüßen, auch wenn sie nur einmal im Jahr den Weg in die Kirche finden, den Menschen nahe zu kommen und Glaubenserfahrungsort zu sein, z.B. während der Rorate oder der Bibelrunde oder der Vorbereitung zur Firmung.
Wer trägt die Pfarre also? Wir Gläubigen-SIE, die diesen Artikel lesen, sie und wir alle sind Mitarbeiter Gottes, nicht des Pfarrers.
Wir alle-SIE tragen dazu bei, dass der Glauben weiter lebt, indem wir etwas tun, Menschen ansprechen, Multiplikatoren sind für Gott. Glaube kann nur funktionieren, wenn Leute bereit sind, von ihrem Glauben zu berichten (siehe Apostel Paulus, 1. Korintherbrief).
Jeder Mensch hat eine besondere Fähigkeit, einen Gottesfunken. Entdecken wir ihn, bringen wir ihn ein. Wir alle sind aufgefordert, auch in Krisenzeiten zu sagen, warum wir den Gottesdienst besuchen, weil er uns/mir Kraft gibt, wir sind aufgerufen, nicht Richter zu sein über andere, sondern die Hand zu öffnen für jene, die gerade in schweren Zeiten vielleicht doch den Weg zurück in unsere Glaubensgemeinschaft, in unsere Kirche finden. 

In der anschließenden Diskussionsrunde kam die große Sorge der Gläubigen über das Fehlen der Jugend in unseren Kirchen, aber auch über das Fehlen der Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit einzelner Pfarrmitglieder zum Tragen. Msgr. Gfrerer brachte mit seinem Zitat des Jugendbischofs, der anregt, die Menschen zu fragen: “Was willst du, das ich für dich tue“ auf den Punkt. Ich glaube, hoffe und wünsche mir, dass dieses Hinschauen auf die Bedürfnisse der Menschen Gräben aufbrechen und Hoffnung für die Zukunft unserer Kirche bringt.

Ausstellung „New Hope“ (Kariobangi, Nairobi)

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion des Dekanatstages eröffnete Schwester Mag. Silke Mahlmann aus dem Kloster Wernberg im Namen der Caritas und im Namen des verstorbenen Peter Quendler die Ausstellung mit Bildern-Lebensgeschichten (Fotos: Andreas Nestl, Südtirol) von Menschen aus einem Projekt von Schwester Lydia Pardeller, die in Kariobangi, einem Elendsviertel von Nairobi, Kenia, Kinder von den Müllhalden holt, die dort mit dem Sammeln von Müll ihre Familien durchbringen. Schwester Lydia Pardeller bietet den Kindern (und ihren Familien) nicht nur Ausbildung und Essen, sondern vor allem Zukunft. Derzeit wird von den 4 Schulen (mit rund 800 SchülerInnen), die sie gebaut hat, eine zur Gänze noch von der Caritas betreut. Weiters geplant sind Sekundarschulen zur Berufsausbildung.
In Afrika stirbt aufgrund der Verbreitung von HIV (Aids), die mittlere Generation (zwischen 15-45 Jahren), verwaiste Kinder und Großeltern bleiben zurück. Die ursprüngliche traditionelle Altersversorgung durch die Kinder funktioniert also nicht mehr, also baut die Caritas auch an einem Schwerpunkt für die Versorgung dieser alten Menschen. Außerdem bietet sie Hilfe zur Selbsthilfe für HIV-Kranke, vor allem Frauen an, indem diese Frauen in Selbsthilfeprogrammen Seifen, Tücher oder Kerzen herstellen, deren Verkauf es ihnen ermöglicht, ihren Alltag zu finanzieren.
Die Bilder der Menschen aus Afrika erzählen besondere Geschichten, sie beinhalten aber auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Mag. Silke Mahlmann bedankt sich für die Caritas beim Dekanat Spittal, ohne diese Hilfe wäre vieles nicht möglich gewesen, Schulen, die gebaut wurden, medizinische Hilfe, Mahlzeiten, Träume, die dadurch entstehen.
Die Kirche ist diese Vernetzung von Menschen über den Globus, die sich von Gott berühren lassen. Für ihre Unterstützung und hoffentlich weitere Hilfe bedankt sich Mag. Silke Mahlmann ebenso, wie abschließend Dechant Mag. Michael Kopp, der in diesem Zusammenhang die Kollekte des abschließenden Gottesdienstes für das Missionsauto, das im September 2011 bereits übergeben wurde, aber noch nicht zur Gänze abbezahlt ist, zur Verfügung stellt.
(Spenden jederzeit möglich: Kontakt ihre Pfarre, Caritas)

Für Ihr Kommen, Ihre Kuchen- oder Geldspende, Ihre Hilfe, Ihr Dasein ein herzliches Vergelts Gott! iLi