Pfarre

Klagenfurt-Welzenegg

Pfingstsonntag

Der Geist macht alles neu: für uns komponierte Musik!

https://youtu.be/1Jry5mIJrY8
 (© Foto: max likar)
(© Foto: max likar)

Beispiel 2012: Atem der Reinheit

Wenn der Komponist der Pfingstmesse Moslem ist...

wenn es inspiriert ist vom Sufismus...

wenn die Musik nicht im Konzert gespielt wird, sondern in der Festmesse...

wenn eine Gemeinde nicht nur zuhört...

wenn der heilige Geist nicht nur beim Verkünden wirkt, sondern auch beim Hören der Botschaft...

 

... dann ist der Gottesdienst selbst das Ereignis seiner Wirkung

 

Thomas und Bernadette: Eine multikulturelle und religionsverbindende Messe der besonderen Art, haben wir selten zuvor so gesehen. Sehr inspirierend und lädt zum Wiederkommen ein!

Marina: Eine besonders bereichernde Erfahrung, sich am Pfingsttag mit den vielen Sprachen der Musik auseinandersetzen zu dürfen! Es freut mich, dass unsere Pfarre offen ist für die im ersten Moment etwas fremden, aber atemberaubend schönen Klänge, die den Geist noch spürbarer machen.

Elisabeth: 21 Mal habe ich heute beim Auszug ein- und ausgeatmet und dadurch den Gottesnamen gesagt. Es war ein Gottesdienst, der mich tief berührte und noch viel länger hätte dauern können.

Alexandra: Zu Pfingsten war in der Kirche irgendetwas anders. Das war natürlich gewollt, die Musik, zwei großartige Musiker, die uns mit ihren Instrumenten in eine sehr sinnliche Welt entführten. In die Welt des Zuhörens, der lauten und leisen Töne. In unser eigenes Innenleben. Pfarrer Deibler gestaltete die Messe sehr meditativ. Mich hat das tief berührt, ich war sehr angesprochen. Besonders schön fand ich auch die vielen kleineren Kinder, die in der Ecke gespielt haben. Sie verkörperten für mich den heiligen Geist, der weht, wann er will. Es ist so wunderbar, wenn sich die Vielseitigkeit des Lebens bei uns in der Kirche ausbreiten darf. Ich wünsche mir noch viel mehr davon.

Josefine: Manche ältere Leute haben die Kirche bereits vor dem Schlusssegen verlassen, sie waren entsetzt. Da ich nach der Kommunion gleich am Eingangstor stehen geblieben bin, habe ich einige Bemerkungen gehört, die mir zwei Möglichkeiten offen lassen: Der erste Eindruck wäre, sie haben sich über die Länge der Messe aufgeregt und die zweite Möglichkeit hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass diese älteren Personen während der Messe nicht richtig zugehört haben und den Sinn des Heiligen Geistes nicht verstanden haben.  „Die Jünger redeten und alle verstanden sie in ihrer eigenen Sprache.“ Mir selbst gefällt es immer wieder, wenn etwas Neues oder etwas Anderes gebracht wird. In diesem Fall nicht nur die instrumentale Umrahmung sondern auch das Singen hat mir sehr gut gefallen. Schade, dass bei „Vater unser“ nicht die gleiche Tonlage gehalten wurde!

Franz: Den Einzug von Pfarrer Deibler begleiten Atemgeräuschen, wobei ich mich frage, sind dies meine Atemgeräusche, die in verstärkter Form aus den Lautsprechern kommen? Am Altar angekommen fordert uns der Pfarrer auf, sieben tiefe Atemzüge zu machen, um uns innerlich zu sammeln. Sein Messgewand, bunt wie ein afrikanisches Festtagskleid,  unterscheidet sich deutlich von den Messgewändern mit den gestickten Goldornamenten.(...) Zu den Messteilen, wie Gloria, Sanktus und Agnus Dei gibt es arabische Musik, die nicht selbst im Mittelpunkt steht, sondern die innere Sammlung des Menschen anstrebt. Die Messtexte zu Introitus, Kyrie und Offertorium  werden von Pfarrer Deibler Satz für Satz  vorgehaucht, mit bewusster Atmung gesprochen und die Kirchengemeinde antwortet  auf derselben Ebene. So kommuniziert der gebrochene Atem der Pfarrgemeinde mit der Musik  „Atem der Reinheit“. Das Glaubensbekenntnis und das „Vater unser“ erlebt man körperlich, wenn die Worte bewusst mit der Ausatmung gesprochen werden.  Die Kirchenbesucher  entlassen die Wörter in den Kirchenraum und diese werden von den Musikern eingefangen und mit der Oud und der Violine wiedergegeben. Der Komponist Hossam Mohmoud sagt: „Die ganze Natur atmet, jeder der atmet sagt Gottes Namen“.