Eine Kultur für die Familien schaffen

Der Katholische Familienverband und das Familiennetzwerk fordern, dass Gesetze auf Generationenverträglichkeit überprüft werden und das Kindeswohl der gesellschaftliche Imperativ sein müsse.
Personen aus dem Netzwerk und dem Katholischem Familienverband Kärnten haben in den letzten zwei Jahren in Kärnten projektweise zusammengearbeitet, dabei ging es darum, Forderungen an die Politik zu formulieren und diese in Gesprächen den Verantwortlichen im Land zu präsentieren, aber auch darum, Veranstaltungen abzuhalten bzw. sich einfach in unterschiedlichen Initiativen einzubringen - wohlgemerkt immer auf Basis des christlichen Werteverständnisses. Zumeist geschah dies in kleinen Arbeitsgruppen und dabei entstand dann die Idee zu einer Veranstaltung, um die Kräfte wirksamer bündeln zu können: Wir wollen unser Anliegen über eine möglichst breite Basis transportieren, so dass es auch nachhaltig wahrgenommen wird: Kinder und Familien sind das Wichtigste, was wir haben! Wenn wir nicht über die Zukunft von Familien mit Kindern nachdenken, haben wir keine!
Familie ist wieder mehr im Gespräch – auch mehr politische Auseinandersetzungen beschäftigen sich mit Familienfragen. Natürlich sind Familien immer schon von den Auswirkungen der Politik betroffen gewesen, aber die öffentliche Auseinandersetzung heute erfolgt vorwiegend über Maßnahmen und weniger über Ziele und Inhalte von Familienpolitik. Als Familie stehen wir ständig in Spannungsfeldern: zwischen Persönlichem und Öffentlichem, zwischen Vernunft und Emotionen. Familienfragen weisen zwar primär eine persönliche Dimension auf, sind aber gesellschaftlich gesehen von größter öffentlicher Bedeutung. So ist es im Interesse aller, dass es Familien gibt und dass diese, sozusagen im Sinne der Subsidiarität, ihre Aufgaben erfüllen können. Familien sind in erster Linie autonome Gemeinschaften von Personen mit eigenem Wert und eigener Würde und müssen die ersten Subjekte der Familienpolitik sein, niemals nur Objekte politischen Handelns.
Hier liegt unser Betätigungsfeld: aufzuzeigen, was wirklich Wert hat und wichtig ist in unserem Leben, daran zu arbeiten, dass es eine Kultur für die Familie gibt, in der Lebensweitergabe Vorrang hat vor Lebenssicherung und Lebensstandard. Wenn wir als Gesellschaft die Zukunft und die Leistungssteigerung unserer Bevölkerung wollen, müssen wir nicht nur die verantwortungsbewusste Liebe der Eltern für ihr Kind als Höchstwert aller Werte anerkennen, sondern auch Mutterschaft als den wertvollsten aller Berufe. Natürlich dürfen wir dabei nicht die Ansprüche der jungen, modernen Frau aus dem Blick verlieren, aber junge Menschen erwarten heute mehr Antworten als nur den Ganztagskrippenplatz zum ersten Geburtstag ihres Kindes! Es geht um viel mehr, nämlich darum, der Förderung von Familien bei den Bemühungen von Staat und Gesellschaft Vorrang einzuräumen, damit Familien ohne Rechtfertigungsdruck ihren Familienentwurf auch verwirklichen können!
Auszüge aus der Begrüßungsansprache vom DV-Vorsitzenden Mag. Andreas Henckel Donnersmarck anlässlich des Tages der Begegnung am 4. November 2011.