sozialwort 10+

"Ohne soziales Engagement gibt es keinen christlichen Glauben"

 (© Foto: ksoe)
(© Foto: ksoe)

sozialwort 10+

Zehn Jahre nach Erscheinen des Sozialwortes ist dieser „Kompass“ für die sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen nach wie vor gültig. Viele der im Sozialwort benannten Themen und Aufgaben sind nach wie vor aktuell. Gleichzeitig steht die Gesellschaft vor großen neuen Herausforderungen. ExpertInnen sprechen von der Notwendigkeit einer „Großen Transformation“, also dem Erfordernis, einem umfassenden Umbau der Wirtschafts- und Lebensweisen auf den Weg zu bringen. Dabei geht es darum,  Soziale Gerechtigkeit und Klimagerechtigkeit gemeinsam zu verwirklichen und ein gutes Leben für alle Menschen zu realisieren.

Arbeit, Soziale Sicherheit, Wirtschaft und Globale Gerechtigkeit

Bei der 3. Dialogveranstaltung des Projekts „sozialwort10+“ am 3.12.2014 in Wien erarbeiteten die TeilnehmerInnen konkrete Handlungsschritte in den Themenbereichen - Arbeit, Lebensräume, Wirtschaft, Soziale Sicherheit, Frieden, globale Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit.

Grundlage dafür bildeten die Rückmeldungen aus über 60 Lesekreisen, zwei Dialogveranstaltungen in Innsbruck und Wels und vielen weiteren Veranstaltungen in Hinblick auf aktuelle gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen und die Frage des notwendigen gesellschaftlichen Wandels.

Fünf „Umsetzungsvorschläge“ wurden von den TeilnehmerInnen bei der Dialogveranstaltung am 3.12. besonders gewichtet:

  • Die Erarbeitung einer Ökumenischen Stellungnahme zur Wirtschaftskrise (Ökumenischer „Hirtenbrief“)
  • Die Etablierung eines ökumenischen Netzwerkes für alternative wirtschaftliche Ansätze (inkl. Geld- und Finanzwirtschaft)
  • Der Dialog über das bedingungslose Grundeinkommen
  • Das Thema „Arbeit neu [verteilen]“
  • Ein Projekt „Kirchen nehmen Weltverantwortung wahr“

 

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden am Ende der Veranstaltung an den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRKÖ) übergeben.

Im Frühjahr 2015 wird die Vollversammlung des ÖRKÖ schließlich die Weichenstellungen vornehmen, wie die christlichen Kirchen in Österreich in den nächsten Jahren gemeinsam ihre soziale Verantwortung wahrnehmen.

In allem sei auch die Selbstverpflichtung gefragt. Die Politik müsse von den Kirchen in die Pflicht genommen werden. Dafür sind Bildungs- und Informationsarbeit nötig.


Mit dem neuen Projekt „Sozialwort 10+“ wollen die 16 christlichen Kirchen in Österreich gemeinsam Verantwortung in Hinblick auf den notwendigen gesellschaftlichen Wandel wahrnehmen.

Es geht nun um die Frage, wie eine gute, nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft aussehen muss und kann. Damit greifen wir die zentralen Grundfragen auf, die die KAB seit ihrer Gründung stellt:

Wie muss eine Wirtschaft gestaltet sein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt?

Wie kann der von der Soziallehre der Kirche geforderte Vorrang der Arbeit vor dem Kapital umgesetzt werden?

Wie müssen wir heute wirtschaften, um auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen?

Wie können wir verhindern, dass sich die Krise des Kapitalismus zu einer Krise der Demokratie ausweitet?

Was heißen Gerechtigkeit und Solidarität konkret für unser wirtschaftliches Handeln?

Welche Orientierungen können uns dabei die biblische Botschaft und der christliche Glaube geben?

Papst Franziskus ruft uns auf, unser eigenes wirtschaftliches Handeln grundlegend zu verändern. Aber mit persönlichen Verhaltensänderungen allein ist es nicht getan. Sie müssen Teil eines Systemwechsels sein, für die wir uns gleichermaßen als Frauen und Männer der KAB stark machen müssen. Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit ist unser Ausgangspunkt der arbeitende Mensch. Uns geht es um eine gute Wirtschaft, die dem Menschen dient und die himmelschreiende Armut beseitigt.

Die Machtverhältnisse der kapitalistischen Wirtschaftsweise verhindern eine solidarische und gerechte Verteilung. Das muss ein Ende haben, wie Papst Franziskus zu Recht fordert.

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“ (Mahatma Gandhi)

Nähere Informationen:

Gesamtkoordination: ksoe (Kath. Sozialakademie Österreichs), sozialwort@ksoe.at, 01-310 51 59,
www.sozialwortzehnplus.org


Kontaktstelle für die Diözese Gurk: Leo Kudlička, KAB/Kirche und Arbeitswelt, ka.kab@kath-kirche-kaernten.at, Mobil: 0676 8772 2450