Organisation

Kirche und Arbeitswelt

Arbeit neu denken

Von der Erwerbsarbeit zur "Tätigkeitsgesellschaft"

Bei der Studientagung der Katholischen Arbeiterbewegung Österreichs in St. Pölten präsentierte FH-Professorin Dr. Eva Fleischer (Management Center Innsbruck) unter diesem Titel ihren Vortrag. Angesichts des Rückgangs existenzsichernder Erwerbsarbeit, steigenden prekären Arbeitsverhältnissen, steigender Sozialausgaben und des wachsenden Pflegebedarfs, stellt sich die Frage, welche Modelle geeignet sind, um das Leben so zu organisieren, dass Erwerbsarbeit nicht mehr der zentrale Angelpunkt der Gesellschaft ist, um den sich alles drehen muss. Dr. Eva Fleischer gab in diesem Zusammenhang einen kritischen Überblick vorhandene Ansätze wie die „Postwachstumsökonomie“ (Paech 2013), die „universellen Betreuungsarbeit“ (Fraser 2001), die „Mischarbeit“ (Brandl, Hildebrandt 2002) oder auch die aktuelle Forderung nach der 30-h-Woche (Krull, Massarat, Steinrücke 2009) und betonte, dass Lösungen nur dann zukunftsfit sind, wenn das enorme Ausmaß der Sorgetätigkeit berücksichtigt wird.

Für die KAB Österreich wurde bei dieser Fachtagung deutlich, dass die Erwerbsarbeitsgesellschaft zur Disposition steht und die aktuellen "Erscheinungen" dies auch widerspiegeln. Arbeitswelten haben sich in den letzten Jahren wesentlich verändert und sind oftmals geprägt von Brüchen und Unsicherheiten. „Gute Arbeit“ wird zur Ausnahme und die Entwürdigung menschlicher Arbeit wird Alltag für Millionen Menschen. Dies zu begreifen bildet einen Hintergrund für die Forderungen nach einem Umbau unserer Erwerbsarbeitsgesellschaft hin zu einer nachhaltigen "Tätigkeitsgesellschaft", zur Neuordnung unserer sozialen Sicherungssysteme und zu einer ökosozialen Steuerreform.

Wir setzen uns ein für einen erweiterten Begriff der „Arbeit': Erwerbsarbeit, Privatarbeit und gemeinnützige Arbeit sollen eine „Triade der Arbeit“ bilden. Die Gleichwertigkeit dieser drei Arbeits-Bereiche wird über ein Grundeinkommen gesichert. Das "Modell der Tätigkeitsgesellschaft" setzt diese Forderungen um und beschreibt somit einen neuen Gesellschaftsentwurf.

Beachten Sie bitte unsere Posititionspapier zur TÄTIGKEITSGESELLSCHAFT, Beschluss der KABÖ am 15.3.2014 in Linz.
Unsere Vision einer solidarischen und gerechten Gesellschaft muss gegen alle Widerstände mit Leben gefüllt werden!

DENKEN UND STREITEN SIE MIT!