Organisation

Regenbogen

Autobahnen im Gehirn

Wozu Kinder spielen und was das mit lernen zu tun hat

Plasmalampe (© Foto: PIXELIO / TiM Caspary)
Plasmalampe (© Foto: PIXELIO / TiM Caspary)

Je mehr Erlebnisse ein Kind hat und Erfahrungen macht, desto mehr Spuren bilden sich in dessen Gehirn. Diese Erfahrungen, die sich in uns festsetzen sind es, die uns einzigartig und unverwechselbar machen. Sie machen uns zu dem, was wir sind.
Unsere Einzigartigkeit zeigt sich in unserer Sprache, in unseren Fähigkeiten, in den Gewohnheiten und Vorlieben, die wir haben, und in unseren Einstellungen und Kenntnissen. So ist es kalt, wenn der Schnee fällt, Schokokuchen schmeckt ausgezeichnet und Brennesseln tun weh, wenn man sie angreift. All dies muss ein Kind lernen, und dies tut es, in dem es in Berührung mit der Welt kommt, manchmal passiv, meistens aber aktiv.

"Kinder brauchen die Möglichkeit, Erfahrungen selbst zu machen, Dinge auseinander zu nehmen und wieder zusammen zu setzen, sich auszutoben, lachen, kraxeln, werkeln, malen und zeichnen. Das erfolgt im Spiel mit Gleichaltrigen, in der Familie und manchmal auch zurückgezogen und konzentriert allein. Im Spiel lernen Kinder sowohl, sich an Regeln zu halten als auch sie gemeinsam mit den Mitspielern zu verändern. Sie üben, sich zu konzentrieren und mit aller Kraft auf ein Ziel hinzuarbeiten. Sie lernen zu gewinnen und zu verlieren, Freude zu erleben, ohne den anderen auszugrenzen und Ärger oder Misserfolg auszuhalten, ohne aggressiv zu werden. Im Spiel mit ihren Freunden und in der Familie erleben sie sich als Teil einer sozialen Gemeinschaft. Sie lernen, sich an Spiel- bzw. sozialen Regeln zu halten. Sie entwickeln Verantwortung und Solidarität, Rücksichtnahme und Fairness. Und ganz nebenbei schulen Kinder ihre Sinne, trainieren Muskeln, Bewegungsabläufe und Geschicklichkeit. Das alles und noch viel mehr lernen sie beim Spielen: angstfrei, in positiver Atmosphäre, in einem Klima von Zuwendung und Vertrautheit – eben spielerisch. Kinder unterscheiden dabei nicht zwischen Spielen und Lernen und sie lernen spielend." (Zitat siehe hier)

Gerade diesen Umstand, dass ein Kind Spiel- und Lernsituationen braucht um sich entwickeln zu können und aus sich einen einzigartigen Menschzu machen, dieses Faktum wurde von den Vereinten Nationen aufgegriffen und in der Konvention der Kinderrechte verankert. So haben die Artikel 28 bis 31 und Artikel 17 der UN-Konvention der Kinderrechte das Recht auf Bildung, Spiel und Kultur zum Inhalt. Gesondert werden die Rechte auf Bildung, Feizeit und Kultur von körperlich und gesitig behdinderten Kinder und Jugendlichen eingegangen. (Artikel 23).