Organisation

Pressestelle

Zivilcourage: Aufruf zu einer neuen Solidarität

Podiumsdiskussion bildete Auftakt zum „Projekt Zivilcourage“ in Kärnten - Lehrgang im Bildungshaus Stift St. Georgen

Klagenfurt, 31. 3. 11 (pgk). Der Appell, in der Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen, sich für andere einzusetzen und aktiv Stellung zu beziehen, stand im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Zivilcourage. Aufruf zu einer neuen Solidarität“ im Diözesanhaus in Klagenfurt. Die Podiumsdiskussion (Moderation: Antonia Gössinger, Kleine Zeitung) mit dem Sozialethiker und Theologen Univ.-Prof. Dr. Kurt Remele (Universität Graz), der Klagenfurter Politologin MMag. Dr. Kathrin Stainer-Hämmerle, Judith Danner von der Bürgerinitiative „VERKEHRT“ und Mag. Sigi Stupnig vom Verein Aspis wurde von der Katholischen Aktion Kärnten und dem Bischöflichen Bildungshaus Stift St. Georgen/Längsee organisiert und bildete den Auftakt zum „Projekt Zivilcourage“ in Kärnten, das ab September mit einer Seminarreihe im Bildungshaus Stift St. Georgen Fortsetzung findet.

Der Theologe und Sozialethiker Kurt Remele hob die Bedeutung des Wortes „Zivilourage“ hervor: Zivilcourage meine, so Remele, den Mut des mündigen Staatsbürgers, sich für das Gemeinwohl der Gesellschaft sowie für Menschenrechte und Gerechtigkeit für alle einzusetzen. Dieses „zivilgesellschaftliche Engagement“ sei in besonderer Weise auch in der Katholischen Soziallehre verankert. Er wünsche sich für Österreich eine „neue Konfliktkultur“, in der Menschen konfliktfähiger werden und respektvolle Konfrontationen nicht scheuen.
Die Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle sprach sich für eine neue Wertediskussion in der Gesellschaft aus und forderte in diesem Zusammenhang „ein Demokratie-Lernen“ von Kindheit an und besonders eine „Verlagerung der Themen und Kompetenzen in der Lehrerausbildung“. Politische Bildung müsse mit sozialem und interkulturellem Lernen auf Augenhöhe verbunden werden, denn, so Stainer-Hämmerle, „Demokratie ist Arbeit“ und politisch zu handeln, bedeute nicht nur zu wählen, sondern auch zu informieren, zu diskutieren, eine Meinung zu vertreten und selbst etwas bewegen zu wollen. „In Österreichs Schulen werden ´Normalbürger´ und keine ´Aktivbürger´ erzogen“, so Stainer-Hämmerle, die betonte: „Nur gegen etwas zu sein, ist zu wenig.“
Judith Danner und Sigi Stupnig berichteten von ihren konkreten persönlichen Erfahrungen, die sie im Rahmen ihrer Initiativen mit „Zivilcourage“ täglich machen. „Zivilcourage beginnt im Elternhaus“, sagte Danner. Stupnig forderte im Rahmen seiner Arbeit mit tschetschenischen Flüchtlingen die Zivilcourage, „sich gegen moralische Verwahrlosung einzusetzen“ und Feindbilder abzubauen.

„Zivilcourage. Engagement statt Resignation“ ist der Titel der vierteiligen Seminarreihe, die am 30. September dieses Jahres im Bischöflichen Bildungshaus Stift St. Georgen/Längsee startet.
Informationen und Kontakt: Mag. Ernst Sandriesser, Umweltreferent der Diözese Gurk und Bildungsreferent in St. Georgen, Tel. 0676 / 8772-2126