Organisation

Diözesanbischof

Bischof Schwarz beendet ökumenische Serbienreise

Einladung nach Tainach ausgesprochen

Empfang der Kärntner Delegation unter der Leitung von Diözesanbischof Schwarz beim serbisch-orthodoxen Patriarchen Irenej in Belgrad 
in Begleitung des röm.-kath. Erzbischofs Hočevar (© Foto: Siegfried Muhrer)
Empfang der Kärntner Delegation unter der Leitung von Diözesanbischof Schwarz beim serbisch-orthodoxen Patriarchen Irenej in Belgrad 
in Begleitung des röm.-kath. Erzbischofs Hočevar (© Foto: Siegfried Muhrer)

Klagenfurt/Belgrad, 20. 5. 11 (pgk). Am Ende der gestern zu Ende gegangenen viertägigen ökumenischen Serbienreise einer Kärntner Priesterdelegation hat Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz die Einladung zu einem Gegenbesuch bei einer ökumenischen Tagung in Tainach ausgesprochen. Der Kärntner Bischof würdigte das Wirken des Erzbischofs von Belgrad, Stanislav Hočevar, der auch Vorsitzender der internationalen Bischofskonferenz St. Cyrill und Method ist, die Serbien, Montenegro, den Kosovo und Mazedonien umfasst. Erzbischof Hočevar habe „unter anderem entscheidend zur  Einführung des Religionsunterrichts an den Schulen Serbiens beigetragen und genießt überall im Land durch seine Ökumene des Herzens großes Vertrauen“, betonte Bischof Schwarz. Die Feier der Wiederkehr des so genannten Mailänder Edikts in Niš, das 313 durch Konstantin und Licinius allen Religionen die freie Ausübung garantierte, solle „die christlichen Wurzeln Europas bewusster machen“ und mithelfen, „Europa größer zu denken als bloß die europäische Union“, so der Kärntner Bischof.

Die Begegnung mit dem serbisch-orthodoxen Bischof Porfirij in der von ihm geleiteten Abtei Kovilj bei Novi Sad war ein weiterer Höhepunkt der ökumenischen Reise. „Wir wollen in der Ökumene keine Vereinheitlichung, sondern einander besser kennen lernen, einander ergänzen und im Glauben stützen“, erklärte Bischof Porfirij.
„Jeder religiöse Formalismus und Rigorismus“, so der Abtbischof des Mönchsklosters in der Batschka, sei „kein gutes Zeugnis für Christus“. Der Bischof bezeichnete die Trennung der Christen als einen „Zustand von Krankheit“ und erteilte der Verquickung von Nationalismus und Religion eine entschiedene Absage. Im Kloster Kovilj, einem von rund 2000 Klöstern in Serbien, leben derzeit 24 meist junge Mönche, die sich dem Gebet und Gottesdienst, der Betreuung drogenabhängiger Jugendlicher und der Seelsorge widmen und durch Ikonenmalen sowie eigene Landwirtschaft autark leben.

Im Rahmen der Serbienreise ist der Kärntner Delegation in besonderer Weise der hohe Anteil Jugendlicher, die ihren Glauben praktizieren, aufgefallen. „Sechzig Prozent der Jugendlichen sind bereit, aktiv am kirchlichen Leben mitzuarbeiten“, berichtete Stadtpfarrer Danilo, der im Zentrum Belgrads die serbisch-orthodoxe Kirche des Hl. Sava leitet. Dieser Kuppelbau, der an die Hagia Sophia in Istanbul erinnert, stellt bereits jetzt die größte orthodoxe Kirche der Welt dar, wenn bisher auch nur Teile davon fertig gestellt sind.

Die Kärntner Delegation zeigte sich beeindruckt von der Tatsache, wie es dem Belgrader Erzbischof Stanislaus Hočevar, der vor seiner Berufung nach Serbien vier Jahre als Salesianer Don Boscos in Klagenfurt gewirkt hat, gelungen ist, serbisch-orthodoxe und katholische Kirche wieder stärker einander anzunähern. So war der orthodoxe Patriarch schon Festprediger bei den Katholiken und umgekehrt der katholische Erzbischof bei den orthoxen Serben – „etwas, das noch vor zehn Jahren undenkbar war“, so Erzbischof Hočevar.