Bethlehem: Bischof Schwarz ruft bei Christmette zu Solidarität auf
Klagenfurt-Dom: Generalvikar Guggenberger appelliert für mehr Barmherzigkeit

Klagenfurt, 24. 12. 12 (pgk). Auf die dramatische Situation der verfolgten Christen weltweit hat Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz heute bei der Christmette, die er mit 170 Kärntner Pilgerinnen und Pilgern auf den Hirtenfeldern in Bethlehem feierte und die in Radio Kärnten live aus Bethlehem übertragen wurde, hingewiesen. „Die Zahl der Christen, die weltweit verfolgt, bedroht und sogar getötet werden, ist so hoch wie noch nie zuvor“, sagte Bischof Schwarz. Angesichts dieser Tatsache sei zu fragen, „was uns Christen in Europa das Christsein Wert sei und wie wir uns in unserer von Wohlstand geprägten Welt für den Glauben und für Jesus Christus einsetzen“. Der Kärntner Bischof rief in diesem Zusammenhang dazu auf, „als Christen Profil zu zeigen“ und appellierte für „uneingeschränkte Achtung der Religionsfreiheit sowie Solidarität mit den Christen weltweit“. „Auch die Christen an diesem heiligen Ort, die das Heiligtum hüten, in dem uns heute Abend mit dem Christuskind das Licht der Welt geschenkt wurde, brauchen unsere Hilfe und Unterstützung“, sagte der Kärntner Bischof. Die Feier der Christmette am Geburtsort Christi sei für ihn gerade in diesen unruhigen Zeiten ein besonderes Zeichen gelebter Solidarität. Er sei froh und dankbar darüber, Bethlehem damit gleichsam in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. „Das Kind in der Krippe, das hier in Bethlehem geboren wurde und das Licht der Welt ist, hat unserer Welt Großes und Wertvolles bereitet“, sagte Bischof Schwarz. Aus diesem Kind schaue Gott die Welt an und schenke der ganzen Welt neues Ansehen und Würde. „Mit dem Kind von Bethlehem und der menschgewordenen Liebe Gottes im Herzen wird die Welt heller und der Friede spürbar, von dem die Engel hier in Bethlehem gesungen haben“, sagte Bischof Schwarz. Gott habe uns, so der Kärntner Bischof, einen Menschen geschenkt, der uns auf den dunklen Wegstrecken des Lebens Orientierung gebe. Mit Jesus Christus, dem Licht der Welt, entstehe gleichsam eine „Wellenbewegung des Guten“, die Gewalt, Eskalation und Intoleranz verdränge.
Generalvikar Msgr. Dr. Engelbert Guggenberger, der in Vertretung von Bischof Schwarz die Christmette im Klagenfurter Dom feierte, ermutigte dazu, „barmherzig zu sich selber und zu anderen zu sein“. In der Geburt des Kindes von Bethlehem habe „kein romantisches, heiles Leben“ begonnen, so der Generalvikar, „sondern es ist der Anfang eines Lebens mit aller Bitterkeit und Schattenseiten“. „Gott wird Mensch, um unser ganzes Menschenleben mit den Höhen und Tiefen auf sich zu nehmen“, betonte Generalvikar Guggenberger. Dies sei die Botschaft des Heiligen Abends. „Es gibt keine Zeit, keinen Ort, keine Situation, an der Gott nicht beim Menschen ist“, sagte Generalvikar Guggenberger. Gott sei den Menschen sogar näher als sie sich selbst. Die Menschen seien nun immer wieder aufs Neue herausgefordert, sich wie die Hirten auf den Weg zu machen, um Gott zu suchen und ihm „in der wahren Menschlichkeit zu begegnen". Das setze voraus, so Guggenberger, „dass wir selber menschlicher werden und uns wieder mehr zu Herzen nehmen, was wahres Menschsein ausmacht, wie zum Beispiel sich einander Gutes zu tun und der ehrliche und respektvolle Umgang miteinander“.