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Taufe

 
 
 

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Die Taufe ist das erste Sakrament, das wir auf unserem Lebensweg empfangen. Gemeinsam mit dem Sakrament der Eucharistie und der Firmung zählt es zu den Sakramenten der Eingliederung.

Das Wasser des Lebens wird über den Täufling ausgeschüttet, © Foto: morguefiles

Das Wasser des Lebens wird über den Täufling ausgeschüttet (© Foto: morguefiles)

Was die christliche Taufe meint, wird am besten abgelesen, wenn ein erwachsener Mensch nach Gott fragt und sucht und zum Glauben an Ihn und an Jesus Christus findet. Christen glauben an Gott, der der Schöpfer der Menschen ist und schon längst sein liebendes Ja zum einzelnen sagt und ihm in Liebe zugewandt ist. In Jesus Christus ist diese Zuwendung Gottes besonders erkennbar. Er ist gekommen, um die Menschen aus vielfältigen Nöten zu befreien und zu erlösen. Wenn ein Mensch zum christlichen Glauben gefunden hat, sucht er diese Zuwendung und Einladung Gottes ernst zu nehmen. Er will sie erwidern und in der Folge der Glaubensumkehr bittet er um die Taufe. Er will sich symbolhaft „in das Leben mit dem dreieinigen Gott“ ein-tauchen lassen. Das Wort „Taufe“ kommt vom Eintauchen - „getauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.

Verwurzelt im Leben und Wirken von Jesus Christus
Jesus ist der Bote und das „Ursakrament“ des liebenden und menschenfreundlichen Gottes. In Jesus von Nazaret ist Gott unser Bruder geworden. In ihm sehen und erfahren wir, wer Gott für uns Menschen sein will und wie sehr Gott uns nahe gekommen ist. Schon für Israel offenbart Gott sich als „Ich bin da“. Alles dreht sich also um Jesus, letztlich um Gott. Jesus zeigt sich als Freund des Lebens und steht entschieden im Widerspruch zu allen lebensfeindlichen Mächten. Seine Liebe ist eine vorbehaltlose und wendet sich vor allem den Kleinen, Schwachen und Unglücklichen zu. Er bleibt seinem Auftrag, den er vom Vatergott übernommen hat, treu, auch wenn er zurückgewiesen, abgelehnt und schließlich unschuldig getötet wird. Zunächst scheint seine Liebe machtlos und erfolglos zu sein und zu scheitern. Er stirbt am Kreuz wie ein Verbrecher, völlig zu unrecht angeklagt und verurteilt. Jedoch Gott erweist sich in der Auferstehung des gekreuzigten Jesus als jener, der auch lebensfeindliche Mächte beherrschen und überwinden kann. Gott eröffnet durch Jesus Christus für die Menschen ein neues, befreites Leben. Die Taufe ist das Sakrament, durch das den Menschen dieses neue Leben geschenkt wird. Sie ist eine Gabe Gottes. Gott sagt sein lebens-volles Ja zu diesem Menschen. Deshalb wird er „Kind Gottes“ genannt. Gott ist treu und nimmt sein Ja-Wort nie wieder zurück. Diese Gotteskindschaft geht nie verloren, auch wenn der einzelne Mensch sich von Gott zu verabschieden meint. Wer getauft ist, bleibt getauft.

Eingliederung in die Kirche

Zugleich wird dieser Menschen in die Gemeinschaft der Getauften aufgenommen. Als Kinder Gottes werden die Christen untereinander zu einer lebendigen Gemeinschaft verbunden. Sie bilden gemeinsam das Volk Gottes. Zugehörig zum gemeinsamen „Vater im Himmel“ werden alle zu Geschwistern, zu Brüdern und Schwestern. Es gibt kein christliches Leben und Glauben ohne die Verbundenheit mit dem „Volk Gottes“, ohne die Gemeinschaft der Glaubenden (= Kirche).


Der Apostel Paulus wählt unter anderen auch das Bild vom Leib mit den vielen Gliedern: zusammen mit Christus, dem Haupt, sind die Getauf-ten der eine Leib Christi, mit der Vielfalt von Gliedern und ihren unter-schiedlichen Aufgaben für den gesamten Leib.

Die Taufe ist das „Zugangstor“ zu den übrigen Sakramenten der Kirche. Sie ist die Voraussetzung für den Empfang der Sakramente. Das Bekenntnis zum Glauben an den dreieinigen Gott und der Empfang der Taufe sind das Fundament, auf dem das persönliche christliche Leben und das Leben der Kirche als Gemeinschaft weiterbauen.

Die Taufe eines Kindes

In unserem Land ist nicht die Taufe eines Erwachsenen der Regelfall, sondern die Kindertaufe. Gläubige Eltern bitten für ihr Kind um die Taufe.

Es ist klar, ein Kleinkind kann sich noch nicht selbst für den Glauben entscheiden und um die Taufe bitten. Ihm wird die Taufe gespendet, weil die Eltern darum bitten und für den Glauben an Gott und Jesus Christus entschieden sind. Sie sagen als Eltern ihr Ja zum Kind und vertrauen es dem liebenden Gott an. Und mit der Bitte um die Taufe wird das Kind zugleich in die Kirche, in diese Gemeinschaft der Glaubenden, aufgenommen und in ihr beheimatet.

In der Taufe unmündiger Kinder kommt stärker als bei der Taufe Erwachsener zum Ausdruck, dass eine Taufe immer rein ein Geschenk Gottes ist und nicht das Werk oder das „Verdienst“ des Menschen.

Es ist sehr sinnvoll, Kinder - gleichsam vom Beginn ihres Lebens an - in diese Gemeinschaft der Glaubenden einzuführen und es in ihr mitleben zu lassen. Von den allerersten Erfahrungen in den Armen der Mutter und des Vaters, lange bevor das Kind selbst denken und reflektieren kann, erfährt es bei den Eltern und am Beispiel der Eltern, wie es geliebt wird und was Vertrauen bedeutet – damit wächst die Ahnung, was Vertrauen in Gott bedeutet. Die jährlich wiederkehrenden Feiern der religiösen Feste vermitteln eine erste Erfahrung vom religiösen Leben und zieht freudige Spuren. Später, wenn das Kind heranwächst und erwachsen wird, muss es sich selbst mit dem Glauben auseinandersetzen, und seine persönliche Entscheidung finden.

(Text: Referat für Sakramentenpastoral)