Diözesanbischof
Dr. Alois Schwarz

Bischof Dr. Alois Schwarz

Et verbum caro factum est
Und das Wort ist Fleisch geworden

Anleitung

Sie haben Fragen oder Anregungen und wollen mit uns in Kontakt treten? Verwenden Sie einfach das Kontaktformular auf der rechten Seite, füllen Sie die Felder aus und klicken Sie auf "Senden".

SCHLIESSEN

Kontakt

Ihre E-Mail an Internetredaktion/MF

 

 

Buße

 
 
 

Veröffentlicht von:

Internetredaktion/MF

Umkehr und Versöhnung sind möglich. Bereits in den Evangelien finden wir die Einladung zum Umdenken.

Falscher Weg - kehr um !, © Foto: foto: morguefiles

Falscher Weg - kehr um ! (© Foto: foto: morguefiles)

Johannes der Täufer, als Wegbereiter für Jesus von Nazaret, trat in der Wüste auf und verkündete die Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. (Mk 1, 4 par.) Jesus selbst begann seine Verkündigung in Galiläa. Im Evangelium von Markus wird berichtet: „Er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1, 14b-15 par.) Das griechische Wort „metanoein“ bedeutet: „umdenken“ - unsere Mentalität umdrehen, umkehren und sich neu ausrichten.
Das Bemühen um eine reife Form von Schuldentlastung angesichts des heiligen und verzeihenden Gottes ist die unumgängliche Voraussetzung zum Leben und Heil.

Sünde ist Beziehungsstörung

Sünde ist ein belastetes Wort geworden. Und doch ist es fast allgegenwärtig. Sünde ist immer eine Beziehungsstörung:
- sich distanzieren vom anderen, von der Gemeinschaft; sie gering achten oder zurückweisen;
- sich distanzieren von sich selbst, sich schädigen und gering schätzen;
- sich distanzieren von Gott als dem Schöpfer, dem Freund der Menschen und des Lebens.

Umkehr und Versöhnung zeigt sich, indem die gestörte Beziehung wieder gesucht und aufgenommen wird; sie wird neu gestärkt und heil. Die Freude, wenn Verlorenes wieder gefunden wird Jesus kleidete die Botschaft von der Vergebung in gehaltvolle, literarische Gleichnisse. Im Evangelium nach Lukas wird dreimal von Verlorenen gesprochen (vgl. Luk 15. Kapitel):
- ein verlorenes Schaf,
- ein verlorenes Schmuckstück,
- ein verlorener Sohn.
Große Freude herrscht jedes Mal, wenn der / das Verlorene gefunden ist bzw. heimkommt.
Bedacht werden muss die besondere Wertschätzung, die jeweils voraus geht. Der Hirte schätzt jedes(!) seiner hundert Schafe; die Frau schätzt jedes ihrer Schmuckstücke; der Vater liebt und schätzt beide Söhne.
Am Anfang und allem Suchen voraus geht die hohe Wertschätzung, die maßlose Liebe zu jedem einzelnen. Daraus erst wird verständlich, was der Verlust bedeutet und wie intensiv man sich auf die Suche nach dem Verlorenen begibt. Entsprechend groß ist dann die Freude, wenn es wieder gefunden ist.

Gottes Barmherzigkeit kommt entgegen  

Jesus zeigte, dass überall, wo der gute Wille eines Menschen da ist und wenigstens der Ansatz zur Umkehr und Besserung aufblüht, der Barm-herzige mit seiner Liebe dem betreffenden Menschen entgegenkommt. So erfuhr der Schächer am Kreuz die Verheißung, dass er noch am selben Tag „im Paradies ankommen“ werde. Die Frau, die Jesus die Füße mit ihren Tränen nass machte und mit ihrem Haar trocknete, wurde von ihm in Schutz genommen: Sie liebte viel und ihr wurde viel vergeben. Der verborgene Schatz Vergebung und Versöhnung sind möglich. Diese Botschaft gehört zum kostbaren Schatz der Guten Nachricht, die Jesus verkündete und in seinem Verhalten beglaubigte. Aber ist diese Zusage für uns weithin zu einem sehr verborgenen Schatz geworden? Dieser Schatz scheint vergessen im Acker zu sein, unter vielen Schichten vergraben. Vielen widerstreben eine traditionelle, schematische Anklage der Sünden und eine formelhafte Beichtpraxis (was durchaus verständlich ist). Bohrende Fragen und Schuldvorwürfe von „Beichtvätern“ sind peinlich und nicht aufmunternd. Wir erleben gegenwärtig eine Krise der Vergebungspraxis, vor allem mit dem Sakrament der Versöhnung. Eher zufällig stoßt da und dort jemand auf diesen Schatz und erlebt, was Vergebung bedeuten kann. Dann wird die Versöhnung für ihn oder sie wie ein kostbarer Schatz, den er / sie ausgraben, heben und für sich bewahren will. „Lass euch mit Gott versöhnen!“ bestärkt der Apostel Paulus seine Mitchristinnen und Mitchristen.

Text: Referat für Sakramentenpastoral