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Kirchenbeitrag als akzeptierter Solidarbeitrag

 
 
 

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Rund 75 % der kirchlichen Ausgaben werden aus dem Kirchenbeitrag finanziert. Der Rückgang der Katholikenzahl durch Kirchenaustritte und demografische Veränderungen lassen das Kirchenbeitragsaufkommen derzeit zwar noch nominell leicht ansteigen, bei Gegenrechnung mit der Inflationsrate sinkt jedoch der Kirchenbeitrag schon seit einigen Jahren real!

Ein Fest für alle - Palmweihe auf dem Klagenfurt Domplatz, © Foto: Finanzkammer / G. Jagoutz

Ein Fest für alle - Palmweihe auf dem Klagenfurt Domplatz (© Foto: Finanzkammer / G. Jagoutz)

Da sich auf der anderen Seite die wichtigsten Ausgabenkomponenten jedes Jahr zumindest mit der Inflationsrate erhöhen, wird der zur Rücklagenbildung, insbesondere für die Priesterpensionsvorsorge, notwendige Überschuss laufend kleiner! So hat sich das Kirchenbeitragsaufkommen seit 2002 um 20,6 % erhöht. Die Gesamtaufwendungen der Diözese sind im gleichen Zeitraum jedoch um 36,8 % gestiegen, die wichtigste Komponente, der Personalaufwand, sogar um 40 %!
Die Sicherung des Kirchenbeitrages bei gleichzeitiger Reduktion der Ausgaben ist daher vorrangiges Ziel der kirchlichen Finanzwirtschaft. Gelingt dies nicht, wären Einschränkungen des kirchlichen Leistungsangebotes unvermeidlich. Ein tragendes Element der Kirchenbeitragseinhebung ist dabei die Aufrechterhaltung der Kirchenbeitragsstellen in den Kärntner Bezirken. Im Gespräch mit den Mitgliedern der Katholischen Kirche Kärnten geht es dabei keineswegs nur um die Berücksichtigung der persönlichen Einkommens- und Belastungssituation, die für die Bemessung des Kirchenbeitrages von Bedeutung ist, sondern sehr oft auch um die eigene Familien-, Lebens- und Glaubenssituation. Wenn man bedenkt, dass die 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den 8 Kärntner Kirchenbeitragsstellen jährlich mit rund 154 000 Mitgliedern persönliche Gespräche führen oder im Schriftverkehr stehen, und wenn man diese Zahl der regelmäßigen Gottesdienstbesucherzahl von etwa 40 000 gegenüberstellt, wird bewusst, dass für nicht wenige Mitglieder der Katholischen Kirche Kärnten die Kirchenbeitragsstellen über lange Phasen einzige Berührungspunkte mit ihrer Kirche sind. Im persönlichen Gespräch mit den Beitragspflichtigen lässt sich auch viel leichter die Notwendigkeit der Kirchenbeitragseinhebung darstellen und anhand von Beispielen vermitteln, was mit dem Kirchenbeitrag geschieht. Auch für die Bemessung des Kirchenbeitrages bedeutsame persönliche Belastungen, allfällige Missverständnisse oder Unstimmigkeiten können im Gespräch viel leichter bearbeitet werden.
Da es in den Kirchenbeitragsstellen, sieht man von den Pensionierungen ab, kaum personelle Fluktuationen gibt, hat sich dank der jahrelangen Gesprächskontakte eine Vertrauensbasis aufgebaut, die beiden Seiten das Arbeiten wesentlich erleichtert. Ziel der Arbeit im Kirchenbeitragswesen ist es, einen fairen, die Interessen beider Seiten berücksichtigenden Kirchenbeitrag zu vereinbaren, der als Solidarbeitrag von den Beitragspflichtigen akzeptiert wird. Wer die Anliegen der Kirche mitträgt und ihr Wirken für die Menschen und für die Gesellschaft als Ganzes anerkennen kann, ist auch bereit, dafür seinen finanziellen Beitrag zu leisten. Freilich lässt sich auch Ärger bei den Beitragspflichtigen manchmal nicht vermeiden; etwa wenn befristet vereinbarte Ermäßigungen – z.B. im Zusammenhang mit der Ausbildung oder dem Studium eines Kindes – ausgelaufen sind oder Änderungen im Beschäftigungsverhältnis nicht bekannt gegeben wurden und dadurch der Kirchenbeitrag zu hoch bemessen wurde.
Wenn den Kirchenbeitragsstellen keine genauen Angaben über Einkommenshöhe und individuelle Belastungssituation vorliegen, sind sie gezwungen, den Kirchenbeitrag selbst einzuschätzen. Dank der langjährigen Erfahrung und der guten Kenntnisse der Einkommens- und Beschäftigungssituation im Einzugsgebiet gelingt dies in den meisten Fällen ganz gut, aber leider nicht immer. Deshalb ergeht an alle Beitragspflichtigen die herzliche Bitte, geänderte Einkommensverhältnisse oder neu aufgetretene, berücksichtigbare finanzielle Belastungen möglichst rasch bekannt zu geben. Dann können die Beitragsvorschreibungen dieser neuen Situation entsprechend erstellt und Ärgernisse vermieden werden.
Fehlt die Zeit, die Kirchenbeitragsstelle aufzusuchen, kann man im Internet unter http://www.kath-kirche-kaernten.at unter dem Stichwort „Kirchenbeitrag“ alles Wissenswerte erfahren und obendrein auch seinen Kirchenbeitrag selbst berechnen.
Dank der Wertschätzung, die der Katholischen Kirche Kärnten von ihren Mitgliedern entgegengebracht wird, wächst seit Jahren die Zahl der langfristigen Zahlungsvereinbarungen an. Ende 2011 bestanden bereits 46 855 solcher langfristigen Vereinbarungen, das heißt, rund ein Fünftel aller Beitragspflichtigen bezahlt den Kirchenbeitrag bereits mittels Dauer- oder Einziehungsauftrag. Die automatische Zahlung in Monatsraten ist nicht nur bequem, sie wird von vielen auch als weniger belastend als in Form einer Einmalzahlung empfunden. Bleiben die zahlreichen Zahlungserinnerungen unbeantwortet, lassen sich leider gerichtliche Betreibungsmaßnahmen manchmal nicht verhindern. Rund 1 % der Kirchenbeitragskonten ist davon betroffen. Dabei ließe sich diese Zahl bei rechtzeitiger Kontaktaufnahme mit den Kirchenbeitragsstellen ganz deutlich senken! Immerhin ist die Zahl der Betreibungsmaßnahmen in den letzten 25 Jahren um rund 70 % gesunken.
Ab dem Veranlagungsjahr 2012 sind Kirchenbeitragszahlungen bis 400,00 Euro pro Jahr beim Finanzamt als Sonderausgaben von der Lohn- bzw. Einkommensteuerbemessungsgrundlage absetzbar. Auf diese Möglichkeit, die individuelle Kirchenbeitragsbelastung in ganz erheblichem Umfang zu reduzieren, sollte keinesfalls verzichtet werden. Ebenso können Spenden für den Denkmalschutz, seit Jahresbeginn 2009 auch für mildtätige Zwecke in Österreich und im EU/EWR-Raum, zur Bekämpfung von Not und Armut in den Entwicklungsländern und zur Hilfe in Katastrophenfällen bis zu einer Höhe von 10 % der Einkünfte des vergangenen Jahres bzw. des Vorjahresgewinnes als Sonder- bzw. Betriebsausgaben steuerlich abgesetzt werden. Zur Geltendmachung der Absetzbarkeit der seit 2009 steuerlich anerkannten neuen Spendenkategorien ist die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen (Spendenquittung, Eintragung der sammelnden Institution in die Liste der begünstigten Organisationen, Testat eines Wirtschaftsprüfers usw.) erforderlich. Die verschiedenen kirchlichen Einrichtungen, die zur Entgegennahme steuerlich begünstigter Spenden berechtigt sind, können der Liste der begünstigten Spendenempfänger (http://www.bmf.gv.at – Suchbegriff „Absetzbarkeit von Spenden“) entnommen werden.

Quelle: Finanzbericht der Diözese Gurk 2011 - Autor: Finanzkammerdirektor Mag. Franz Lamprecht