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Me too. Aufschrei von Gesichtern struktureller Gewalt, © Foto: CC0 - pixabay (montemari - Bearbeitung: KHK)

19.12.2017

Aufschrei gegen Gewalt

„Wer hingegen zeitlose Rollenbilder einmahnt, hat vom Glauben wenig bis gar nichts begriffen und neigt zum Aberglauben“, schreibt Dechant Herbert Burgstaller in einem Impulstext „Me too. Aufschrei von Gesichtern struktureller Gewalt“ für den 4. Advent.

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Me too. Aufschrei von Gesichtern struktureller Gewalt

 
 
 

Veröffentlicht von:

Internetredaktion/KHK

Impuls zum 4. Advent von Dechant Herbert Burgstaller

Dechant Mag. Herbert Burgstaller ist Stadtpfarrer von St. Martin in Villach und Vorsitzender der Dechantenkonferenz der Diözese Gurk, © Foto: Pressestelle / Eggenberger

Dechant Mag. Herbert Burgstaller ist Stadtpfarrer von St. Martin in Villach und Vorsitzender der Dechantenkonferenz der Diözese Gurk (© Foto: Pressestelle / Eggenberger)

Das Migrationsphänomen kennt viele Ursachen und betrifft den gesamten Globus. Menschenhandel ist ebenso verbreitet, insbesondere Frauen sind eine begehrte Ware. Die Nachfrage bestimmt den Marktwert und belebt den Handel. Europa ist davon nicht ausgenommen. Auch jenseits der Legalität hat der Markt seine eigenen Gesetze. Dienstleistung erfolgt meist gegen Bezahlung, das Tauschgeschäft lebt. Die Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse offenbaren, wer Händler und wer Unterhändler ist. Sklaven gehören nicht der Vergangenheit an. Ihr Name wurde ausgelöscht, das Phänomen ist geblieben. Wer ein Spartacus sein will, den trifft das gleiche Los.

Gesellschaftliche Verhaltensmuster

Verhaltensmuster sind Offenbarungseide einer Gesellschaft. Wie hoch der Stellenwert eines Mannes und einer Frau ist, ist an den Grundmustern innerhalb der Familie, des Arbeitsplatzes und des öffentlichen Lebens ablesbar. Welche Rolle wem zukommt, bestimmt der Kontext, die soziale Wirklichkeit. Macht und Machtmissbrauch werden in diesem Bezugsfeld abgesteckt, die Formen der Gewaltausübung gegen das sogenannte schwache Geschlecht sind vielfältig. Sie erstrecken sich von subtilen Formen des Sexismus bis zu offenkundigen Übertretungen. Grenzwertiges Verhalten und Grenzüberschreitungen nimmt der Machtinhaber mehr oder weniger wahr.

Maria, die Wüstenblume

Religiöse Systeme sind meist Spiegel einer Gesellschaft. Patriarchate und Hierarchien kennen himmlische Monarchien. Himmlische Gesetze werden auf Erden vollzogen. Wer sie missachtet, begeht ein Sakrileg. Wenn im Himmel die Männer das Sagen haben, ist das Frauenbild männlich besetzt und bestimmt. Wer dem Idealbild entspricht, sieht sich im Himmel wieder, ansonsten erfolgt die Ächtung und Verwerfung. Welches Frauenbild würde Maria im 21. Jahrhundert verkörpern? Nachdem Glaube und Geschichte einander bedingen, wäre ihr Rollenbild garantiert ein anderes. Wer hingegen zeitlose Rollenbilder einmahnt, hat vom Glauben wenig bis gar nichts begriffen und neigt zum Aberglauben. Vielleicht trägt Maria heute den Namen Waris Dirie, Wüstenblume?

 

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