Firmvorbereitung ist kein Religionsunterricht. Es geht darum, junge Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg zu begleiten.
Auf dem Weg zur Firmung... (© Foto: Foto: Pfarre St. Peter im Katschtal)
Treffen in Gruppen
Bei der Vorbereitung in kleinen Gruppen treffen sich die Jugendlichen über einen längeren Zeitraum (ca. 10 bis 15 Treffen), um erfahrungsorientiert wichtige Themen, die sie beschäftigen, sowie die Inhalte der Firmvorbereitung zu erarbeiten. Begleitet werden die Jugendlichen von Erwachsenen oder älteren Jugendlichen aus der Pfarre. Pro Gruppe treffen sich ca. 10 bis 15 Jugendlichen im Abstand von einer oder zwei Wochen. Die Treffen dauern je nach Thema und Intensität der Erarbeitung eines Themas zwischen 1 und 2 Stunden.
Ergänzt werden diese Gruppentreffen meist durch einen gemeinsamen Gottesdienst, einem Einkehrtag oder einem Firmwochenende.
Chancen dieses Modells
- Die Gruppe ist überschaubar und die Jugendlichen lernen einander relativ gut kennen und sind auch bereit, sehr persönliche Themen einzubringen.
- Die Treffen sind klar strukturiert und terminisiert.
- Der Zeitraum und auch der Aufwand sind klar überschaubar.
Herausforderungen ev. Nachteile dieses Modells
- Das Firmgruppentreffen ist ein Termin unter vielen anderen (Nachmittagsunterricht, Tanzen u.s.w.).
- Die Treffen werden von den Jugendlichen leicht als ein in die Pfarre verlegter Religionsunterricht verstanden.
- Die Gruppe setzt sich nicht nach Sympathie oder gemeinsamen Interessen sondern nach Termingründen zusammen.
Firmwochenenden
An einem Wochenende werden über erlebnisorientierte Methoden relevante Themen der Firmung aufgearbeitet. Inhalte und Zeitablauf werden den pfarrlichen Anforderungen angepasst.
Die Firmwochenenden finden außerhalb der Pfarre (Bildungshäuser, Klöster) statt und dauern in der Regel zwei Tage mit einer Übernachtung.
- Vermittlung von Tagungsorten und Referentinnen und Referenten (mit teilweiser finanzieller Unterstützung durch die Katholische Jugend)
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Firmwochenenden in Gurk: Ein bestehendes Programm für Firmwochenenden und ein geschultes Team können von Firmgruppen genützt werden
Projektarbeit
Die Jugendlichen entscheiden sich bei der Anmeldung zur Firmvorbereitung für ein angebotenes Projekt. Das „Arbeiten“ an dem Projekt ist die Firmvorbereitung. Die Jugendlichen sind bis zum Abschluss des Projektes beteiligt. Der zeitliche Rahmen (Beginn und Ende) sollten jedoch klar vorgegeben und auch eingehalten werden.
Firmvorbereitungsgrundlagen (7 Gaben des Heiligen Geistes, Ablauf der Firmung u.s.w.) werden bei einem Firmwochenende „kompakt“ vermittelt und erarbeitet.
Mögliche Projekte sind:
- Organisation einer Jugendveranstaltung in der Pfarre (Konzert, Spielenachmittag, Videoabend)
- Schreiben eines Kirchenführers für Jugendliche
- Renovierung und Adaptierung eines Jugendraumes in der Pfarre
- Durchführung eines Sozialprojektes (z. B. gemeinsam mit einem Altersheim oder verschiedenen Behinderteneinrichtungen)
- Einstudierung und Aufführung eines Theaterstückes
Chancen dieses Modells
- Motivation der Jugendlichen und Firmbegleiter ist groß, da sie ein konkretes Ziel vor Augen haben.
- Die Jugendlichen erfahren Bestärkung in ihren Fähigkeiten, jeder Firmling bringt seine Talente in die Projektarbeit ein.
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Die Eigeninitiative und Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen werden gestärkt.
Herausforderungen ev. Nachteile dieses Modells
- Vor allem für die Firmbegleiter ist dieses Modell mit sehr viel Arbeit verbunden – Idee und Vorbereitung des Projektes, neue und wechselnde Arbeitsformen, Flexibilität in den unterschiedlichen Phasen und abhängig von den Fähigkeiten der Jugendlichen. Es ist auch damit zu rechnen, dass der Großteil der Arbeit auf den Firmbegleiter zurückfällt.
- Von allen Beteiligten (Jugendlichen und Firmbegleiter) wird ein hohes Maß an kommunikativer und sozialer Kompetenz erwartet.
Firmvorbereitung mit "Firmpass"
Jeder Jugendliche bekommt einen Firmpass ausgeteilt. Die Firmvorbereitung umfasst eine Reihe von definierten Veranstaltungen, für deren Besuch die Firmlinge Punkte bekommen. Der Besuch einer Veranstaltung wird mit der Unterschrift des Pfarrers oder der Firmbegleiter und/oder einem Pfarrstempel bestätigt. Die Firmvorbereitung gilt als abgeschlossen, wenn die „vorgeschriebene“ Punktzahl erreicht wird. Zusätzlich zu den Punkt-Veranstaltungen gibt es Aktionen, die für alle Firmlinge verpflichtend sind und für die es keine zusätzlichen Punkte gibt, wohl aber eine Besuchsbestätigung. Ziel dieser Veranstaltungen sollte es sein, dass alle Firmlinge sich kennen lernen und auch die Gemeinschaft mit anderen erleben können. Weiteres sollten auch die Bedeutung des Firmsakramentes und der Ablauf und die Feier der Firmung im Rahmen dieser Veranstaltungen besprochen werden. Eine solche Veranstaltung könnte auch ein Firmwochenende sein, an dem alle Firmlinge teilnehmen. Die Katholische Jugend ist bei der Organisation, und Durchführung dieser Firmwochenenden gerne behilflich. Jene Jugendlichen, die die vereinbarte Punkteanzahl überschreiten, können nach der Firmvorbereitung (z. B. bei einem Abschlussgrillfest) belohnt werden. Es kann z. B. eine Urkunde mit Pfarrstempel überreicht werden, oder für die prämierten Firmlinge wird ein Ausflug organisiert. Die Katholische Jugend stellt gerne Preise (z. B. Vergünstigungen für Veranstaltungen oder Reisen der Katholischen Jugend oder Gutscheine für die katholischen Jugendzentren) zur Verfügung.
Konkrete Vorbereitungen in der Pfarre
Bildung eines Teams
Es sollte sich ein Team mit mehreren Personen bilden, die bereit sind, bei der Firmvorbereitung mitzuarbeiten. Im Idealfall ist der Pfarrer Mitglied dieses Teams, falls das nicht möglich ist, sollte es in jedem Fall regelmäßig Gespräche mit dem Pfarrer über den Verlauf der Firmvorbereitung geben. Falls dieses Team aus mehr als 3 Personen besteht, empfiehlt es sich, eine Kerngruppe von 2 bis 3 Personen zu bilden, die als Hauptansprechpartner für die Jugendlichen (mit Angabe der Telefonnummer im Firmpass) zur Verfügung stehen. Es sollte auch bei jeder im Firmpass angegebenen Veranstaltung mindestens eine dieser Personen dabei sein, damit die Jugendlichen eine Ansprechperson haben, die auch für eventuelle Fragen zur Verfügung steht. Weiters soll diese Person die Teilnahme an einer Aktion gleich im Anschluss an diese im Firmpass bestätigen. Wichtig ist, dass im Firmteam (immer auch in Absprache mit dem Pfarrer) klare Abmachungen getroffen werden, die für alle verbindlich sind. Dazu gehören z. B. Fragen wie: Wenn jemand nur die Hälfte einer Veranstaltung dabei ist, wie viele Punkte werden vergeben? Was geschieht, wenn jemand die vereinbarte Punktzahl nicht erreicht? Was ist, wenn Jugendliche an den „Pflichtveranstaltungen“ nicht teilnehmen können? Wenn die Jugendlichen bei der Großmutter in den Gottesdienst gehen, kann auch dieser Pfarrer Punkte eintragen?
Veranstaltungen planen und terminisieren
Zuerst sollte der Zeitrahmen der Firmvorbereitung genau festgelegt werden. Das heißt, von wann bis wann können die Firmlinge in der Pfarre Punkte sammeln. Wichtig ist, dass dieser Zeitraum verbindlich ist und keine Ausnahmen gemacht werden.
Das Firmteam überlegt sich, welche Veranstaltungen in den Firmpass aufgenommen werden können. Dabei empfiehlt es sich z. B. die Veranstaltungsseiten der Pfarrblätter des Vorjahres für den entsprechenden Zeitraum durchzusehen. Anhand dieser Termine kann überlegt werden, zu welchen Veranstaltungen die Jugendlichen eingeladen werden sollen. In jedem Fall sollte bei diesen Veranstaltungen auf die Jugendlichen Rücksicht genommen werden. Das heißt, wenn die Jugendlichen z. B. bei den Krankenbesuchen mitgehen, muss die Begleitperson die Firmlinge auf die Besuche vorbereiten und auch eine kurze Einführung geben. Zusätzlich zu den ohnehin stattfindenden Veranstaltungen können je nach Kapazität auch Termine angeboten, die speziell für die Firmlinge sind (z. B. Bastelnachmittage, Jugendgottesdienste, Exkursionen u.s.w.). Bei diesen eigens für die Firmlinge geplanten Veranstaltungen ist die Katholische Jugend bei der Planung und Durchführung jederzeit behilflich. Es muss auch überlegt werden, bei welchen Aktionen es notwendig ist, dass die Firmlinge sich vorher anmelden müssen. Bei Krankenbesuchen können vermutlich nicht mehr als maximal 3 Jugendliche mitgehen, bei Bastelnachmittagen muss Material eingekauft werden u.s.w. Diese Veranstaltungen müssen gekennzeichnet werden.
Danach wird eine Liste aller möglichen Veranstaltungen erstellt und klar terminisiert (Datum, Beginn und Schluss, Ort). Es empfiehlt sich, möglichst viele Veranstaltungen in diesen „Terminkalender“ aufzunehmen, damit die Firmlinge eine breitere Auswahl haben und nach den jeweiligen Interessen und Talenten auch auswählen können.
Punkteschema
Zuerst sollte überlegt werden, wie viele Punkte insgesamt gesammelt werden müssen. Es empfiehlt sich, eine runde Zahl wie z. B. 100, 500 oder 1.000 Punkte anzugeben. Danach müssen alle Veranstaltungen „bewertet“ werden. Z. B. können wenig religiöse Veranstaltungen wie ein Kinobesuch wenige Punkte bringen, pfarrliche Aktionen wie z. B. die Dreikönigsaktion oder Krankenbesuche hingegen können höher bewertet werden. Die Punkte sollten so verteilt werden, dass es mit dem Besuch einer Veranstaltung pro Woche während der Dauer der Firmvorbereitung möglich ist, die „vorgeschriebenen“ Punkte zu erreichen. Es kann Jugendliche geben, die bis zum vereinbarten Zeitpunkt die notwendige Punktezahl nicht erreichen. Meist zeichnet sich das bereits nach den ersten Wochen ab, dass einzelne Jugendliche nicht zu den Veranstaltungen kommen. Diese Firmlinge sollten möglichst bald darauf hingewiesen werden, dass sie Veranstaltungen besuchen sollen, um die Punktezahl zu erreichen. Wenn die Gruppe der Firmlinge in der Pfarre zu groß ist, um einen Überblick zu bekommen, sollte es einen „Stichtag“ geben (möglichst noch vor der Hälfte der Zeit), bis zu dem alle Firmlinge mit dem Firmpass zu einer der Kontaktpersonen kommen sollen. Nach dieser „Inventur“ kann man die Jugendlichen erinnern, dass sie Veranstaltungen besuchen sollen.
Aufbau des Firmpasses
Es empfiehlt sich den Pass ähnlich einem Dokument zu gestalten. Mit Name, Adresse, Ausstellungsdatum und Foto. In jedem Fall sollten im Pass enthalten sein:
- Wichtige Telefonnummern und Namen (Pfarre, Kontaktpersonen Firmteam)
- Beschreibung der Firmvorbereitung (Wie funktioniert das Punkte sammeln)
- Verpflichtende Veranstaltungen mit Datum und Ort
- Auflistung aller Veranstaltungen, an denen die Firmlinge teilnehmen können, mit Angabe der Punkte
- Sammellisten zum Eintragen der Veranstaltungen
- Platz für persönliche Eintragungen
- Gebete
Text: (Katholische Jugend Kärnten)

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