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Das Antlitz Jesu zum Leuchten bringen, © Foto: SONNTAG / Georg Haab

01.12.2017

"Sein Antlitz" zum Leuchten bringen

Janko Krištof, der Pfarrer von Ludmannsdorf/Bilcovs, im SONNTAG-Interview über seinen neuen Weg der Verkündigung und die prägende Wirkung des Wortes

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Freitag

01.12.2017

Das Antlitz Jesu zum Leuchten bringen

 
 
 

Veröffentlicht von:

Kärntner Kirchenzeitung - "Der Sonntag" / GEH

Janko Krištof im Sonntagsgespräch

Der Pfarrer von Ludmannsdorf und St. Egyden über seinen neuen Weg der Verkündigung und die prägende Wirkung des Wortes

Janko Krištof und Elisabeth Goritschnig bei der Aufführung auf der Herbstmesse. Im Hintergrund ist das Antlitz Christi aus der Kapelle des Bildungshauses Tainach zu sehen., © Foto Haab

Janko Krištof und Elisabeth Goritschnig bei der Aufführung auf der Herbstmesse. Im Hintergrund ist das Antlitz Christi aus der Kapelle des Bildungshauses Tainach zu sehen. (© Foto: Haab)

Wie viele Aufführungen haben Sie mit dem Evangelien-Rezital „Sein Antlitz“ schon gehabt?
Krištof: Voriges Jahr hatten wir 33 Aufführungen in slowenischer Sprache, mit drei Musikern aus meiner Pfarre. Als diese nicht mehr weitermachen konnten, ist mit dem Sprachwechsel Elisabeth Goritschnig als Harfenistin dazugekommen. Mit ihr sind wir heuer fünfmal in der Steiermark und 33 Mal in Kärnten aufgetreten.

Welche Erfahrungen machen Sie, wenn Sie als Schauspieler auftreten?
Krištof: Ganz schön war es letztens in Obervellach; Pfarrgemeinderat Fritz Auernig und sein Team hatten alles mit viel Freude vorbereitet, die Firmlinge dazu eingeladen – insgesamt fast 60 Personen. Die dichte Atmosphäre, die durch die Stille während der Aufführung entsteht ... Wir waren auch schon sehr wenige. Aber man wird doch immer dadurch belohnt, dass die, die kommen, berührt sind.

Bei Ihren Aufführungen ist es ja fast stiller als in einer Messe  ...
Krištof: Die Menschen hören sehr konzentriert zu, das stimmt. Aber ein Gottesdienst ist etwas anderes, die Menschen feiern aktiv mit, hören nicht nur zu. Für mich war das lange eine Spannung, aber im Grunde bringe ich da wie dort die frohe Botschaft des Evangeliums. Es gibt immer wieder Rückmeldungen, dass das wie eine hl. Messe erlebt wird, dass die Aufführung für sie also eine geistliche Erfahrung war. Ein Priester hat gesagt, dass es für ihn war, als hätte „Jesus ihm eine Stunde zu Herzen gesprochen“. Das sind Wortmeldungen, die sehr belohnen.

Was hat Sie dazu bewegt, dieses Rezital zu erarbeiten?
Krištof: Mein Ziel war, die Schönheit des Evangeliums vor- und darzustellen. Ich habe manchmal auch schmerzlich erlebt, wie das Wort Gottes unterschätzt wird: Kennen wir eh! Wenn es dann aber einmal so gehört wird, ist die Verblüffung groß. Viele können sich im Voraus nicht vorstellen, dass es so interessant ist und so tief geht. Im Wort ist Christus gegenwärtig. Vielleicht ist das in unserem katholischen Raum nicht präsent genug. Ich erlebe es sehr intensiv, indem ich die Worte und Erzählungen des Evangeliums auswendig lerne, so dass sie in mir sind, ich sie darstelle, sie mit Emotion verbinde.
 
Sie geben dem Wort Gottes sozusagen Körper ...
Krištof: ... und erlebe es dadurch viel intensiver. Wenn ich z. B. in die Rolle des verlorenen Sohnes gehe: In welchem Ton er seinen Anteil verlangt: Vater, gib, ich habe Anspruch! – Das geht auch bei mir sehr tief.

Ich habe manchmal schmerzlich erlebt, wie das Wort Gottes unterschätzt wird.

Indem Sie dem Wort Ausdruck geben, prägt das Wort gleichzeitig Sie?
Krištof: Es nimmt mich mit. Deshalb möchte ich auch gerne weitermachen und diese Erfahrung weiterschenken. Durch die Jahrhunderte haben wir als Kirche in einigen Bereichen versagt, haben das Wort Gottes entwertet und das Evangelium nicht genug zum Leuchten gebracht.

Die Aufführung kommt gerade bei jungen Menschen sehr gut an.
Krištof: Im Grunde hatten wir diese Aufführung ja eher für junge Menschen konzipiert. Sie müssen heute aus all den Angeboten etwas auswählen, was ihre Seele nährt. Deshalb wollte ich etwas Leuchtendes in die Mitte stellen, von dem man sagen kann: Das ist es! Eine Top-Erfahrung habe ich bei Studenten in Graz gemacht, noch dazu im außerkirchlichen Bereich. Ich war skeptisch: Werden welche kommen? Werden sie aufmerksam sein? Die Jugend ist doch eher gewohnt, locker zusammenzukommen und etwas zu trinken, und dann wir mit unserer Botschaft ... Es war genau umgekehrt: 40 Studenten waren da, der Club war voll, es war wie in einer Wohnstube, wo ich am Tisch sitze und Geschichten erzähle. Wie die von Anfang an präsent waren! Und was sie dann gesagt haben! – Seitdem weiß ich, dass wir viel mehr bei den Jugendlichen sein müssten.

Sie haben einmal davon gesprochen, dass dies Ihr „zweiter Verkündigungsweg“ ist.
Krištof: Dieses Wort wurde mir geschenkt. Ich habe es zuerst ja selbst nicht richtig einordnen können: In meiner Jugend habe ich in diesem Bereich eine Spur gefunden und jetzt wieder aufgegriffen. Als ich das Rezitieren wieder angefangen habe, war es nicht im kirchlichen Bereich. Aber dann ist es immer mehr zu dem geworden. Dafür kann ich nur dankbar sein. Es verbindet meine priesterliche Berufung, das Evangelium zu verkündigen, für Gott da zu sein und mich für ihn zu verausgaben, mit meinem Hobby. Natürlich ist es ein Risiko, sich auf dieses Parkett zu begeben. Aber es ist auch eine Quelle des Glücks, sich über das Gewohnte hinaus etwas zu getrauen. Als mir dann jemand gesagt hat: Das ist dein zweiter Weg der Verkündigung, habe ich gespürt: Ja, das ist es. Sehr dankbar bin ich dem Team, das diesen Weg mit mir geht: Elisabeth Goritschnig, die mit ihrer Musik die Qualität hineinbringt; Anni Boštjanič, die in großer Treue souffliert; dem Regisseur Alexander Tolmaier und Hanzi und Franz Tomazičž, die die Rollups für die Kulisse gemacht haben.

Ihre weiteren Pläne?
Krištof: Wir schließen jetzt die Herbstsaison ab und pausieren bis zur Fastenzeit. Dann bieten wir bis zum Sommer die Aufführung wieder an. Ich würde mich freuen, auch in Schulen und kirchlichen Institutionen aufzutreten, bei geistlichen Gruppen, auch vor Firmlingen und bei Elternabenden. Mein Dank gilt all jenen, die uns eingeladen haben, jenen, die gekommen sind, und allen, die uns unterstützt haben.

Interview: Georg Haab

 

Zur Person:

Mag. Janko Krištof, geb. 1962 in Wolfsberg, ist Pfarrer von Ludmannsdorf/Bilčovs und St. Egyden und Dechant des Dekanats Ferlach/Borovlje.
Termine für 2018 können schon angefragt werden unter Tel. 0676/8772-8191 oder per E-Mail an: ludmannsdorf@kath-pfarre-kaernten.at