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Pfarrkirche

 
 
 

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Pfarradmin / VR

Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt"

Kirche "Maria Himmelfahrt" in Lieseregg, © Foto G. Peda

Kirche "Maria Himmelfahrt" in Lieseregg (© Foto: G. Peda)

Patrozinium: 15. August

Eine erste „capella" wird in einer Urkunde des Freisinger Bischofs Abraham (957-993) zusammen mit dem Kleriker Ruodhari genannt. Um 975 errichtet und um 1000 im Besitz der Grafen von Lurn, gelangte die 1138 als Pfarre belegte Kirche 1149 durch Erbschaft an den Erzbischof von Salzburg. 1775 gliederte man die Pfarre mit zehn Filialen als Teil des Millstätter Distrikts dem Bistum Gurk ein. Auch nach dem Verlust der meisten ihrer Tochterkirchen an Treffling und Seeboden hat die Pfarre Lieseregg ihre wichtige Stellung nicht ganz eingebüßt.
Der heutige Kirchenbau entstand vorwiegend in der 2. Hälfte des 15. Jh. im gotischen Stil. Von einem Vorgängerbau haben sich ein kleines vermauertes Fenster und das rundbogige Portalgewände an der nordseitigen Außenwand erhalten. Der barocke Emporenanbau darüber entstand erst um die Mitte des 17. Jh. Auch das südliche Nebenschiff und der Chor wurden in dieser Zeit errichtet bzw. umgestaltet, die großen Rundbogenfenster des Kirchenschiffs ersetzen gotische Vorgänger. Mehrere Restaurierungen im 19. und 20. Jh. folgten.
Ein brückenartiger Zugang verbindet die Kirche über ihrem Haupteingang mit dem westlich gelegenen Pfarrhof. Neben dem grauen Satteldach prägen der oktogonale Spitzgiebelhelm und die zweiteiligen Maßwerksöffnungen des Turms die Kirche, deren polygonaler Chor von Strebepfeilern umstellt wird. Die monumentale Darstellung eines hl. Christophorus, die bei der letzten Außenrenovierung 1999/2000 freigelegt wurde, beherrscht dabei die Südwand des Turmes. Die teilweise gerasterte Vorzeichnung bietet einen Einblick in den Schaffensprozess des stilistisch um 1500 zu datierenden Wandbildes.
Nicht übersehen werden sollten auch die zahlreichen Grabplatten an der West- und Südseite. Neben dem Eingang finden sich links der Grabstein eines Bertholdus († 1425). Rechts folgen die Grabplatte von Pfarrer Thomas Strasser († 1541) sowie ein barocker Wappenstein um 1701, die figurale Wappengrabplatte des Andreas Wyelandt von Teinsberg († 1475) und des Nikolaus Züngel († 1452) außen an der Westmauer.
Der Westeingang führt unter der Orgelempore in das 4-jochige Langhaus mit dem schönen Netzgewölbe. Die von den Rippen unterfangene Tonne mit Stichkappen überwölbt ein saalartig weites Langhaus, an das sich seitlich das nachträglich errichtete „Trefflinger Schiff" fügt. Halbrunde Dienste leiten von den Rippen in den Wandbereich mit spitzen Schildbögen und großen Rundbogenfenstern. Ein eingezogener Chorbogen mit gemalter Diamantquaderung schließt an den leicht erhöhten Chor mit 3/8-Schluss. Schmucklos zeigt sich das Tonnengewölbe des barocken Emporenjochs.
Der große Hochaltar (Mitte 18. Jh.) bildet den Blickpunkt des Kirchenraumes. Ungewöhnlich schmal ist der grüne Rahmen mit aufgesetzten Putten, silbernen Wolken und einer Dreifaltigkeitsgruppe um das große rundbogige Ölbild. Als Unterbau dient ein dreizoniger Altar mit Reliquiaren und zwei Engelsfiguren, der im Mittelbereich durch das vorspringende Tabernakel (1816) mit vergoldeten Türen und silbernem Abendmahlsrelief (18. Jh.) bereichert wird. 1810 wurde das Gemälde der Himmelfahrt Mariens über ihrem von den Aposteln umringten leeren Sarkophag nach dem Vorbild des großen Barockkünstlers Peter Paul Rubens von dem Obervellacher Maler Barthel kopiert. Die seitlichen Apostelfiguren des hl. Petrus mit Schlüssel und Kreuz und des hl. Paulus mit Buch und Schwert entstanden um 1700.
Neben dem neu geschaffenen Volksaltar und dem Ambo prägt der Taufstein mit seinem hölzernen Aufsatz den Chorraum. Die steinerne Cuppa gibt das reliefartige Wappen des Andreas von Graben († 1463) wieder. Der bemalte achteckige Holzdeckel (Ende 17. Jh.) stellt abwechselnd die vier Evangelisten und die vier Kirchenväter dar.
Beachtenswert sind auch die farbigen Ausmalungen an den Wänden und am Gewölbe. Aus der Bauzeit um 1500 stammen die 1940 freigelegten Fresken der Nordwand. Neben einer schlecht erhaltenen Verkündigungsszene werden die Kreuzigung Christi mit Maria, Johannes Evangelist und Maria Magdalena sowie der hl. Petrus abgebildet. Im 17. Jh. entstanden die Gewölbemalereien mit Rankenwerk, vier Evangelistensymbolen und den halbfigurigen Jesuitenheiligen Aloysius von Gonzaga, Franz Xaver, Ignatius von Loyola und Stanislaus Kostka. Um das zentrale Scheitelbild mit IHS, Gnadenstuhl und brennendem Herzen führen Putten die Leidenswerkzeuge Christi vor.
Eine Kreuzigungsgruppe an der Südwand des Chores stellt den Gekreuzigten (um 1500) zwischen seiner Mutter Maria und Johannes Evangelist (beide 18. Jh.) dar. Daneben zeigt ein schlichtes Barockbild die Marienkrönung.
Vor dem Chorbogen finden sich zwei schön gestaltete Nebenaltäre (um 1670/80) mit Säulenpaaren und durchbrochenem Segmentbogen. Während das linke Altarbild die Unterrichtung der kindlichen Maria durch ihre Mutter Anna wiedergibt, zeigt der gegenüberliegende Altar eine Kreuzigung mit dem Fegefeuer, ein so genanntes Armesünderbild.
Auf dem Schalldeckel der prächtigen Kanzel (1760) stehen neben Moses die Personifikationen der göttlichen Tugenden: Hoffnung (Anker), Glaube (Kreuz und Hostienkelch) und Liebe (brennendes Herz). Der Kanzelkorb trägt neben Engeln mit den Evangelistensymbolen drei farbige Reliefs. Als Christus lässt sich der Sämann neben dem pflügenden Bauer in heimischer Landschaft deuten, daneben ist Christus als Zwölfjähriger unter den Schriftgelehrten zu sehen, gefolgt vom Fischzug am See Genezareth, der wie der Millstätter See anmutet. Zwei Heiligenfiguren, Barbara mit Buch und Kelch sowie Katharina von Alexandrien mit gebrochenem Rad und Schwert, folgen weiter westlich, ihnen gegenüber stehen drei barfüßige Apostel (17./18. Jh.). Einige Apostelfiguren befinden sich heute als Dauerleihgabe in der Priesterhauskirche von Klagenfurt.
Das südliche Seitenschiff beherbergt mit dem Siebenhirteraltar sicherlich das wichtigste und kostbarste Ausstattungsstück. Ein kleiner gotischer Flügelaltar (um 1500), heute benannt nach seinem Stifter, dem Millstätter Hochmeister des St.-Georgs-Ritterordens Johann Siebenhirter († 1508). Das Zentrum gibt als Flachrelief die Herabkunft des Hl. Geistes wieder. Maria sitzt im Kreise der zwölf Apostel, während die Heilig-Geist-Taube über ihrem Kopf schwebt. Die vier Flügelbilder des Meisters von Lieseregg, der sich auch in Villach nachweisen lässt, stellen links oben den Marientod, darunter den ungläubigen Thomas, rechts oben den zweifelnden Petrus beim Gang über das Wasser sowie den Apostelabschied dar. Auch der Stifter hat sich links unten mit seinem Wappen verewigt. Die blaugrundigen Außenflügel enthalten Bilder der Apostel Petrus und Paulus, darunter die Evangelisten Lukas und Johannes.


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