Pfarre

Klagenfurt-St. Theresia

Wir sind gut vernetzt

Pfarrgemeinderatswahl

Am 18. März werden in ganz Österreich mehr als 30.000 Frauen und Männer per Wahl in die Pfarrgemeinderäte der Pfarren berufen. Auch die Pfarre St. Theresia in Klagenfurt bereitet sich darauf vor. Ein kleiner Lokalaugenschein. von Ingeborg Jakl

„Mini“ sein in Klagenfurt St. Theresia heißt auch, das exklusive Ministrantenspiel, das Pfarrer Johannes Pichler entworfen hat, zu beherrschen.  (© Foto: Johannes Pichler)
„Mini“ sein in Klagenfurt St. Theresia heißt auch, das exklusive Ministrantenspiel, das Pfarrer Johannes Pichler entworfen hat, zu beherrschen. (© Foto: Johannes Pichler)

Der Laptop blinkt. Pfarrer Johannes Pichler von der Stadtpfarre St. Theresia in Klagenfurt und Dechant von Klagenfurt-Stadt ist immer online. Egal, ob er gerade im Nebenzimmer ein Taufgespräch führt, mit Pastoralassistentin Christina Friessnegg und Pfarrhaushälterin Lydia Schäfer-Kassin die letzten Vorbereitungen für die heurige Sternsingeraktion organisiert oder an einem Entwurf für die nächste Predigt arbeitet. „Er ist immer erreichbar“, sagt Birgit Wurzer vom Pfarr- und Dekanatssekretariat, die ebenfalls in der Pfarre ihren Schreibtisch hat.
Besonders seine quirlige Ministrantengruppe im Alter von neun bis 21 Jahren weiß das sehr zu schätzen. Sie melden sich bei ihm via Skype (quasi Internettelefonieren mit Bild), um beispielsweise über eine gelungene Mathearbeit zu berichten, um sich über zu viele Hausübungen zu beschweren oder sich für das Ministrieren beim Gottesdienst zu verabreden.
„Wir sind in der Pfarre gut vernetzt“, freut sich Pichler. Kirche muss heutzutage präsent sein, muss sich zeigen und dazu alle technischen Mittel nutzen, betont er. Das schaffe Öffentlichkeit und mache neugierig. Nur ein kleines Beispiel dafür sei das Internet, das nicht nur von den Kindern und Jugendlichen, sondern auch von den Erwachsenen mit immer größerer Begeisterung angenommen wird. Die ungeahnt vielen positiven Rückmeldungen bestärken Pichler mit seiner Offensivstrategie. Er versteht, den Kids den Glauben und die Anliegen der Kirche als ein spannendes Abenteuer von Suchenden auf dieser Erde zu vermitteln.
Rastloses Team
Sein Credo lautet denn auch: „Heraus aus der Anonymität, Gemeinschaft pflegen, indem das Gemeinsame gesucht wird.“ Manchmal reduziert sich das Gemeinsame auf den Glauben, aber immerhin trägt er dann auch zur Festigung des gemeinschaftlichen Miteinanders bei.
Eindrucksvoll hat sich das in den Wochen vor dem Weihnachtsfest gezeigt. Die Roratefeiern waren nicht nur gut besucht, sondern auch die Organisation klappte wie am Schnürchen. Dafür hatte im Vorfeld Pfarrbriefschriftleiterin Agi Lampersberger wortreich gesorgt. Aber nicht genug, das rastlose Team um Renate Schemitsch und Dorothea Reich sorgte stets mit ordnender Hand für das anschließende gemeinsame Frühstück mit knus-prigen Semmeln, heißem Tee und Kaffee. Dann saßen Jung und Alt im Pfarrheim an langen Tischen eng beisammen, ließen es sich schmecken und sprachen über den anstehenden Arbeits- und Schultag.
Was an diesem Morgen so selbstverständlich scheint, ist im Vorfeld intensive Arbeit, bestätigt denn auch Pichler. Heute komme, bis auf wenige Ausnahmen, niemand mehr von selbst in die Kirche oder nehme aktiv am Pfarrleben teil. Es bedarf stetig neuer Impulse, Ideen und vor allem Menschen, die den Glauben lebendig halten und miteinander leben und verwirklichen.
Einer, auf den das im wahrsten Sinn des Wortes zutrifft, obwohl er es gar nicht hören mag, ist der langjährige und bei allen geschätzte Pfarrgemeinderatsobmann Friedrich Hübner. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit, jeden Sonntag vor dem Gottesdienst die Gläubigen vor der Kirchentür zu begrüßen. Mit viel Gespür erfährt er in den kurzen Gesprächen, wo vielleicht Hilfe notwendig ist, wo Sorgen quälen, wo Unterstützung gebraucht wird. Diese vorgelebte Gemeinschaft, dieses Mitfeiern und auch Mitfreuen strahle nach außen und zeige auch jenen, die der Kirche fern stehen, dass hier Menschen leben, die sich um andere kümmern.
Ein Brieferl zum Geburtstag
Daher gehört es für die Mitglieder des Pfarrgemeinderates auch zur Seelsorge, Kontakte vor allem zu den neu hinzugezogenen Menschen aufzubauen und zu festigen.
Es gibt viele Ereignisse im Laufe eines Kirchenjahres, die dazu geeignet sind. Eine gerne angenommene Glaubensaktion ist die Verteilung der Geburtstagskarten durch den sozialen Arbeitskreis. Da werden nicht nur den älteren Bewohnern der Pfarre Geburtstagsbrieferln vorbeigebracht, sondern auch den ganz jungen bis zum Alter von sechs Jahren. Eine Einbindung von jungen Familien, die vielleicht durch diese persönliche Einladung den Weg in die Pfarre finden. Der angrenzende Kindergarten mit Leiterin Heidi Jakobitsch-Kolmayr bemüht sich nach Kräften, die Eltern durch ihre
Kinder anzusprechen.
Die Kirche ist gefordert, entsprechende Angebote zu unterbreiten, um die jungen Menschen tunlichst vom Begegnungsraum Straße in die Begegnungsräume des Pfarrzentrums zu bringen. Hier, so Pichler, legt man insbesondere Wert auf die Kinder-und Jugendarbeit. Mit Markus Lampersberger ist ein junger Familienvater neben dem Referat Umwelt auch mit der Kinder- und Jugendarbeit betraut. Durch diese religionspädagogische Arbeit ist eine Chance gegeben, den Glauben und die Anliegen der Kirche in die Familien zu tragen.
So gibt es neben der Ministrantengruppe, die Theresienkids und Kindertheatergruppe, den Jugendchor, die Bibel- und Frauenrunde, den sozialen Arbeitskreis, das Liturgieteam, die Eltern-Kind-Gruppe, den Singkreis St. Theresia. Sie alle treffen sich im Pfarrzentrum, einem großzügig gestalteten Gebäude – von Heinz Pretis verwaltet –, das auf die Bedürfnisse der Menschen, Kommunikation auf der Grundlage des gesellschaftlichen Miteinanders zu betreiben, zugeschnitten ist.
Die Kirche den Menschen näher bringen, lautet Pichlers Devise. Ein großes Maß an Ideenreichtum wird dazu in die Pfarrarbeit mit eingebracht.