| von Regens Josef D. Suntinger Eines der schönsten Worte über „Berufung“ habe ich bei Therèse von Liseux gefunden: „Gott allein darf über mein Leben verfügen“. Es komme nicht darauf an, etwas Besonderes zu werden, sagt sie, sondern allein darauf, das sein zu wollen, was Gott will, dass ich bin. Und er schenkt eine wunderbare Vielfalt an Berufungen, einem Frühlingsgarten vergleichbar.
Wie erkenne ich denn, was Gott will, dass ich bin? Anzusetzen ist bei der eigenen Lebens- und Glaubensgeschichte, bei den persönlichen Begabungen und Möglichkeiten, bei den konkreten Herausforderungen, die mir das Leben stellt, den „Zeichen der Zeit“. Im Hinhören auf das Wort Gottes erfahre ich, wie Er mich führt.
Ein solches Suchen nach dem persönlichen Weg mit Gott steht auch hinter Berufungen ins Ordensleben oder zum Dienstamt der Kirche. Priester- und Ordensberufungen fördern heißt dann, jungen Menschen zu helfen, ihren persönlichen Weg mit Gott zu entdecken, und sie zu ermutigen, sich mit ganzem Herzen darauf einzulassen. Ich denke da an den alten, schon erblindeten Eli, der dem jungen Samuel hilft, den Ruf Gottes zu deuten, den dieser erfährt. Der „Eli-Dienst“ ist ein ganz wichtiger Dienst, den Eltern ihren Kindern, Priester und andere in der Seelsorge tätige den jungen Menschen tun können. Wenn der Frühlingsgarten Gottes erblüht, wird es darin auch viele von den derzeit seltenen „geschützten“ Pflanzen geben, die wir Ordens- und Priesterberufungen nennen. |