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Mit einer kleinen Studiengruppe der Universität Innsbruck besuchte Chefredakteur Pfr. Johannes Pichler den Norden Kenias. Mit dabei war Abt Anselm Zeller, der dort seine Mitbrüder besuchte. |
Seit Anfang 2002 betreuen Missionsbenediktiner Ileret, einen Außenposten der Pfarrei North Horr. Mit 22.000 qkm ist sie mehr als doppelt so groß als Kärnten. Nur wenige Menschen können in diesem Gebiet leben. Erst seit 40 Jahren dürfen Missionare bei den Nomadenstämmen der Gabras und Daasanetch arbeiten. |
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| 500 Kilometer bis zum nächsten Krankenhaus |
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Auf ungeteerten Straßen führt der Weg zum nächsten Krankenhaus, wo die Operation durchgeführt wird.
In unserem Landrover sitzt die fünfjährige Ruffo mit ihrem Vater. Das Kind hat einen komplizierten Armbruch. |
| Die unsachgemäße Behandlung hat zur Vereiterung und zu schmerzhaften Anschwellen geführt. Die Gefahr der lebensgefährlichen Blutvergiftung ist unverkennbar. |
| Eine "wandernde" Pfarrei. |
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Wie sollten die Menschen in ihrem Dorf dies auch wissen! „Dorf?“ – eine Ansammlung von halbrunden Hütten, die aus Holzknüppeln und Baumästen angefertigt sind. Der Stamm der Daasanetch nennt diese kleine Ansiedlung eine Fora. |
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So eine Hütte dient nur für etwa drei Monate als Wohnplatz, solange eben die Tiere noch Gras, grüne Äste der Schrimakazien und dornige Büsche finden.
Dann ziehen die Nomaden mit ihren Kamelen, Kühen, Ziegen und Schafen weiter. |
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Auf der Fahrt zum Gottesdienst mit den wenigen Christen weit draußen in der Steppe. Wir nahmen von der Missionsstation Ileret junge Daasanetch mit, die bereits getauft sind. Ileret liegt am nordöstlichsten Ende des Turkanasees. |
| Zwei Kühe für Krankenhausaufenthalt und Operation |
Wir waren mit P. Florian von Bayern, ein Prinz aus dem Hause Wittelsbach, und seinem afrikanischen Mitbruder Br. Boniface Yego, ein geprüfter Krankenpfleger, unterwegs. In einer der Hütten lag das Mädchen Ruffo. Br. Boniface redete mit dem Vater: „Deine Tochter ist sehr krank. Willst du, dass Ruffo ihren Arm verliert oder sogar sterben muss?“ „Was soll ich tun?“ „Du und Ruffo müsst mehrere Tage in unserem Auto mitfahren, bis wir zu einem Krankenhaus kommen. Dort kann Ruffo geholfen werden. Ich gebe dir und Ruffo Kleider für die Fahrt. Zwei Kühe musst du für die Operation und den Aufenthalt im Krankenhaus geben?“ |
| Tauschhandel statt Geld |
| Nur ungern trennt sich der Vater von den Tieren. Diese werden dann bei einem Viehtransport die 1000 km Reise nach Nairobi in die Fleischfabrik machen. Der Tauschhandel muss über die Missionsstation abgewickelt werden den Geld kennt der Vater von Ruffo nicht. |
| SWAHILI – die Sprache, die die Stämme Ostafrikas verbindet |
| Problematischer aber ist, dass der Vater von Ruffo nur seine Stammessprache spricht. So muss ein Dorfältester mit, der Swahili spricht. Swahili ist die stämmeverbindende Sprache Ostafrikas. |
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| Aus der Steppe in die hochtechnisierte Welt |
Zum ersten Mal in ihrem Leben kommen Ruffo und ihr Vater in Berührung mit der hochtechnisierten Welt von Spültoilette, Röntgengerät, Telefon und TV. Bei Dunkelheit brennt kein Feuer vor dem Haus, sondern das Licht hängt an der Decke. |
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| Die Frauen verhüllen die Brust … |
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| … und die Männer tragen Hosen statt ihres Lendenschurzes… |
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| … und die Kinder laufen nicht nackt herum. |
| … auch das Essen ist anders als zu Hause in der Steppe |
Nicht mehr nur Milch, Ziegenfleisch, Beeren von Sträuchern und Früchte von Bäumen. Hier im Krankenhaus kann sich Ruffo satt essen. Daheim gibt es oft nur jeden zweiten oder dritten Tag eine kräftige Nahrung. Im Krankenhaus stehen zweimal am Tag Brot, Reis, Hühnerfleisch oder Maisbrei auf dem Tisch. |
| … und geschlafen wird auch nicht auf dem Boden |
Die Menschen schlafen im Krankenhaus nicht auf einer Kuhhaut am Boden, sondern auf Betten, die mit weißen Leintüchern überzogen sind. Wenn es regnet, tropft es in den Häusern aus Stein nicht mehr von der Decke wie in ihrem Haus aus Ästen. |
| … und das Wasser muss nicht geholt werden. |
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Ruffo staunt auch über das klare und frische Wasser, das aus einer Leitung fließt. Ihre Geschwister daheim müssen nämlich den halben Tag unterwegs sein, um irgendwo im weiten Weidegebiet der Herden Wasser zu holen. Kamele oder Esel tragen das kostbare Nass in Behältern aus Ziegenleder zur Fora. Oft ist das Wasser auch noch trübe und schmeckt nach Salz. Kostbares Nass Die etwa 60 Menschen in der Fora sparen mit dem Wasser. Jeder Tropfen wird verwendet – nicht so wie hier im Krankenhaus, wo ganze Bäche nutzlos in der Erde versickern. |
Plötzlich in einer ganz anderen Welt! Wie verkraftet das Ruffo? |
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Ruffo und ihr Vater leben plötzlich in einer ganz anderen Welt. Wie sie damit fertig werden? Nur an den Gesichtern lesen wir ab: • Der Vater verrät Angst • die kleine Ruffo staunt.
Unser Weg führt weiter, wir müssen sie im Krankenhaus zurücklassen. Vielleicht kann sie der Missionar auf dem Rückweg von Nairobi in den weiten Norden wieder mitnehmen. |
| Missionsarbeit bei den Nomaden im Norden Kenias |
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Der Stamm der Daasanetch hat etwa 25.000 Mitglieder. Ihr Wandergebiet ist das Ostufer des Turkansees in den unendlich weiten Steppen zwischen Kenia und Äthiopien. Bruder Boniface sucht in der Steppe die Foras der Nomaden auf. Dort errichtet er sein kleines Zelt und wohnt drei oder vier Tage bei den Daasanetch. |
| Bruder Boniface erzählt |
„Ich rede mit den Leuten – zuerst über Gesundheitsvorsorge und sage ihnen z. B., dass sie das Wasser abkochen müssen. Ich erzähle ihnen auch etwas über die Krankheiten der Tiere und was man dagegen tun kann. Alle sind Analphabeten; so erkläre ich ihnen, was eine Schule ist und was man dort lernen kann. Schließlich rede ich auch über unseren Glauben, singe mit ihnen und zeige ihnen große Bilder aus der Bibel, vor allem aus dem AT. Manche Tradition ihres Stammes findet sich dort wieder, z. B. die Ehe mit mehreren Frauen …“
Erst nach zwei oder mehreren Jahren sind einzelne Stammesangehörige so weit, dass sie von P. Florian getauft werden können. |
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Der Glaube der Daasanetch „Zauberei und Aberglaube spielen eine große Rolle. Das macht ihnen Angst. Sie verehren Gott als Schöpfer und bringen ihm zu besonderen Anlässen Tieropfer dar wie im AT, z. B. bei der Geburt eines Kindes oder bei lang anhaltender Dürre.“ |
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| „Es ist noch ein langer Weg …“ |
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…sagt Br. Boniface. „Ich merke aber, wie vor allem die junge Generation offen ist. Manche von ihnen kommen nach Ileret und nehmen an Seminaren teil. Manche wollen in die Schule gehen …
Chefred. Pfr. J. Pichler in einer Schulklasse |
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In Ileret drängen uns einige Älteste, eine Mittelschule zu bauen; die nächste liegt 250 km entfernt …“
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Br. Boniface hat recht: Ein langer Weg liegt vor den Daasanetch, aber ebenso vor den Missionaren. Werden sie jemals die Herzen der Nomaden erreichen? |
Missionsarbeit hat mit Entwicklung zu tun. Rund um die Missionsstationen entstehen Schulen, Werkstätten und Krankenhäuser. Oft leistet die Mission Versöhnungsarbeit unter Feinden, wie z. B. zwischen Daasanetch und den Gabras, dem Nachbarstamm, wo es um Weidegründe oder um Quellen geht. |
Bruder Boniface kommt aus dem Stamm der Marakwet Die Daasanetch nehmen von ihm – als einen der Ihren – sein Glaubenszeugnis an. Ein Afrikaner bringt also als erster die befreiende Botschaft des Evangeliums! |
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| Regenbogen-Fastenaktion 2005 KENIA, in Regenbogen Nr. 19 (erscheint am 23.1.05) |
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Chefredeakteur Pfr. Johannes Pichler hat hier im Norden Kenias jene Kontakte geknüpft die notwendig sind, um eine FASTENAKTION zu starten. Wir wollen Br. Boniface und P. Florian von Bayern unterstützen.
Mit dem Geld unserer Fastenaktion
- werden Lehrer bezahlt, die die Kinder der Nomaden, z. B. Ruffo, ihre Geschwister und Freunde unterrichten
- und ihnen zeigen, wie sie Krankheiten vermeiden und heilen können um so gesünder zu leben
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Zur Kenia-Reise ist auch eine Sondernummer in kleiner Auflage (18 Seiten Farbkopien) erschienden. Die Sondernummer erzählt ausführlich über das Leben der Nomaden und die Arbeit der Missionare unter ihnen. Diese Sondernummer kann als PDF-Datei heruntergeladen werden. |
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Ergebnis der Fastenaktion: 6.262,83 Euro Dankbrief von Fr. Mössmer |
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| Mehr Informationen über KENIA findest du, wenn die auf die Fahne von Kenia klickst. |
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