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Lebendige Freundschaft mit Jesus Christus und Auseiandersetzung mit dem Schicksal der Menschen |
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| Stadtpfarrer Mag. Engelbert Hofer |
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Beim Beschäftigen mit der Zahl Fünf kommt mir zunächst das Notensystem in unseren Schulen in den Sinn. Erhofft, ersehnt und manchmal auch erreicht war bei mir immer die Eins. (Das wird heute wohl nicht anders sein.) Nun, welchem Argument gebührt die „Eins“ im oben gestellten Thema?
1. Faszination, die von Jesus Christus ausgeht Ich nenne als Berufungsgrund Nummer eins die Faszination, die von der Gestalt Jesu Christi ausgeht. Ihm bin ich während der Schulzeit in Tanzenberg und dann im Laufe des Theologiestudiums mehr und mehr ent-gegengewachsen. Wenn ich heute im (streng gehüteten) Tagebuch aus meiner Internatszeit oder in den Exerzitienaufzeichnungen aus jenen Jahren blättere, staune ich über die lebendige Freundschaft mit Jesus, die ich damals pflegte. Jesus wurde zur bestimmen-den Größe meines Lebens. |
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2. Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Menschen Als zweites Motiv nenne ich die Menschen. Oder anders gesagt, die Auseinandersetzung mit dem Schicksal der Menschen. Das Mitgehen, Mitsorgen oder Mitleiden mit ihren Fragen und Problemen. Und dann das Suchen nach gültigen Antworten auf ihre Fragen nach dem Sinn des Lebens. Woher kommt der Mensch, wozu lebt er und wo findet er ein Ziel, für das es sich zu leben lohnt? Ich spürte es damals als Student und weiß es heute aus Erfahrung: Als Priester habe ich die besten Möglichkeiten, gültige und tragende Antworten zu geben. Als Priester merke ich, dass ich etwas zu sagen habe. Ich darf eine Botschaft ausrichten, die stärkt und tröstet. |
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3. Freundschaft, Wohlwollen, Dankbarkeit und Vertrauen der Menschen Daraus wächst für mich ein dritter Grund, das Angebot der Berufung zum Priester zu bejahen. Es ist das, was ich mit Freundschaft und Wohlwollen, mit Dankbarkeit und Vertrauen der Menschen umschreiben möchte. Ich kann heute auf Erfahrungen zurückblicken, wo ich Wertschätzung und Anerkennung der mir Anvertrauten beglückend erlebt habe. An entscheidenden Wegmarken des Lebens kann ich bei den Menschen sein und ihnen helfen. Ich merke, wie da ein Netz von Beziehungen geknüpft wird, in dem ich geborgen und gehalten bin. So wurde mir nie kalt, kaum einmal fühlte ich mich einsam. Die Menschen sind dankbar für die Herzkraft des Glaubens. |
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4. Jugendlichen begegnen und sich für sie einsetzen Als weiteren Grund sehe ich die Begegnung mit Jugendlichen. Heute kann ich im Rückblick dankbar feststellen: Meine Berufung zum Priester hat sich zu einem großen Teil im Einsatz für junge Menschen erfüllt. Den Kindern, den Ministranten und vor allem den Jugendlichen ein Fundament anzubieten, ihnen Perspektiven und Werte für ihr Leben zu zeigen, das alles erlebe ich als lohnenden Einsatz für mich als Priester, als spannendes Abenteuer der Berufung. So hat es in meinen bisher 37 Priesterjahren keines gegeben, in dem ich nicht mit Jugendlichen eine größere Ferienreise unternommen hätte. Junge Menschen sind für mich als Priester Geschenk und Herausforderung zugleich. |
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5. Die Welt mit all ihren Problemen und Angeboten sehen lernen Einen fünften Aspekt in meinem Dienst als Priester umschreibe ich so: Ich lerne mehr und mehr, die Welt mit all ihren Angeboten und Problemen mit den Augen Gottes zu sehen. Dann fühle ich mich gedrängt, möglichst vielen Mitmenschen diese vertiefte und wesentlichere Sicht der Dinge zu vermitteln. Über die Sorgen des Alltags hinaus, über die Vordergründigkeit von Werbung und Medien kann ich sie auf Transzendenz hin öffnen. Ich kann sie in die geistliche Welt von Gebet und Meditation führen, ich kann ihnen das Geheimnis der Gnade und Liebe Gottes erschließen. Weil ich sehe, wie flach und arm das Leben ohne die Dimension des Glaubens bleibt, fühle ich mich als Priester berufen, vielen Menschen von der Kraft und von der Hoffnung zu künden, die ein Leben mit Christus gibt.
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Diese Seite wurde am 28.06.2004 zuletzt aktualisiert.
Redaktion: >>Diözesanes Referat für Internet- und Kulturkoordination
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