Donnerstag, 11. Januar 2018 • Donnerstag der 1. Woche im Jahreskreis

Jesus hatte Mitleid. (Mk 1,41)

Heilige(r) des Tages: Paulinus von Aquileja

Patriarch Paulinus, vor 750 in Aquileja an der Adria zwischen Venedig und Triest geboren, war einer der berühmtesten Grammatiker seiner Zeit und als Lehrer hochgeschätzt. Kaiser Karl der Große war vom Geist und von der Begabung des Paulinus so angetan, daß er ihn um das Jahr 776 an seinen Hof nach Aachen holte, wo der Gelehrte in der Folge an der Palastschule unterrichtete. In dieser Zeit entwickelte sich die berühmte Freundschaft zwischen Paulinus und Alkuin, der den Kaiser sowie dessen ganze Familie unterrichtete und im Mittelpunkt des Geisteslebens der damaligen Zeit stand. Paulinus und Alkuin machten sich während ihrer Freundschaft beide als Dichter einen Namen. Im Jahr 787 ernannte Karl der Große den von ihm über alles geschätzten Paulinus zum Patriarchen von Aqulilela. Besondere Verdienste erwarb sich dieser bei der Bekämpfung des Adoptianismus, der zu jener Zeit durch spanische Bischöfe stärkere Verbreitung fand. Die Anhänger des Adoptianismus behaupteten, Christus sei ein zum Gott erhobener und mit Gottes Kraft versehener Mensch. Der im Abendland bekannteste Verfechter dieser Ansicht war Bischof Felix von Urgel. Paulinus verfasste um das Jahr 800 drei Bücher gegen Urgel. Die Christianisierung der Avaren, einem den Hunnen verwandten Volk, das mit Raubzügen alle Nachbarländer bedrohte, lag dem Patriarchen ebenfalls am Herzen. Am 11. Januar des Jahres 802 starb Paulinus in Aquileja. Text: Schauber/Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Pattloch Verlag