Samstag, 06. Januar 2018 • Hochfest der Erscheinung des Herrn

Völker wandern zu deinem Licht. (Jes 60,3)

Heilige(r) des Tages: Heilige Drei Könige

Heilige Drei Könige; © Foto: Darstellung: Anbetung der Könige (Detail eines Reliefs aus rotem Sandstein), Ende 13. Jh., Stift Griffen

Die Weisen aus dem Morgenland werden sie genannt, die drei Heiligen, deren Fest am 6. Januar gefeiert wird und das zu den höchsten im kirchlichen Jahreslauf gehört. Kaspar, Melchior und Balthasar heißen sie, die Heiligen Drei Könige, um die sich zahlreiche Legenden und Erklärungsversuche ranken. „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten.“ So steht es geschrieben bei Matthäus dem Evangelisten (2,1). Der wunderbar glänzende Stern hatte den drei Weisen den Weg vom Morgenland nach Betlehem gezeigt, er hatte sie unbeschadet über alle Hindernisse hinweg zu dem neugeborenen Jesuskind geführt. Als sie den Sohn Gottes erblickten, fielen die Männer auf die Knie und huldigten dem Kind und seiner Mutter Maria. Dann brachten sie ihre mitgeführten Geschenke dar: Gold, Weihrauch und Myrrhen. Das Gold sollte die Weisheit eines Königs symbolisieren, der Weihrauch Gebet und Opfer, die Myrrhen galten als Zeichen der Selbstbeherrschung. Um den Zorn von König Herodes zu entgehen – eine himmlische Eingebung hatte sie gewarnt - , zogen Kaspar, Melchior und Balthasar dann auf einem geheimen Weg ins Morgenland zurück. Die weitere Lebensgeschichte der Drei Könige ist ebenfalls nur durch die Legende überliefert. So sollen die drei vom Apostel Thomas zu Bischöfen geweiht worden sein und Jahre später, nach großen missionarischen Erfolgen, nur wenige Tage nacheinander gestorben sein. Angeblich wurden sie in einem gemeinsamen Grab beigesetzt. Ein wunderbarer Goldschrein im Kölner Dom aus der Werkstatt von Nikolaus von Verdun, einem der berühmtesten Goldschmiede des Mittelalters, sowie ein riesiger römischer Sarkophag in der Mailänder Kirche S. Eustorgio sind heute die sichtbaren Beweise für die Verehrung der Heiligen Drei Könige. Die Legende erzählt, dass Kaiserin Helena die Gebeine von Kaspar, Melchior und Balthasar erhoben und sie später, auf dessen Bitten, Bischof Eustorgio von Mailand geschenkt habe. Protasius, der Nachfolger Eustorgios auf dem Mailänder Bischofsstuhl, ließ die kostbaren Reliquien dann in einen Steinsarkaphag aufnehmen, der über der Grabstätte Eustorgios aufgestellt wurde. In der baulich interessanten Kirche S. Eustorgio an der gleichnamigen Piazza im Süden des Mailänder Stadtzentrums kann der heute leere Sarkophag in der Kapelle der Heiligen Drei Könige besichtigt werden. Der relativ flache Kirchenbau mit seinem schlanken Turm, einer der bedeutendsten der Renaissance, wurde im 13. Jh. neu geschaffen, nachdem Barbarossa das ursprüngliche Gotteshaus 1164 bei der Unterwerfung Mailands hatte zerstören lassen. Sein Kanzler, der berühmte Rainald von Dassel, brachte die begehrten Reliquien von Kaspar, Melchior und Balthasar danach in die Domstadt Köln am Rhein, wo seither der Tag der Translatio, der 23. Juli, feierlich begangen wird. 1904 erhielt S. Eustorgio einige Reliquien wieder zurück. Im Inneren des unvergleichlichen Dreikönigschreins hinter dem Hochalter des Kölner Domes ruhen bis heute die Gebeine der drei Weisen aus dem Morgenland sowie die der Heiligen Felix, Nabor und Gregor von Spoleto. Interessant sind auf der Stirnseite des Schreins drei Steine, die die Lage der Häupter der Drei Könige anzeigen. Text: Schauber/Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Pattloch Verlag