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Robert Musil Literatur Museum, © Foto: Musilhaus / Bearbeitung: KHK

Robert Musil Literatur Museum (© Foto: Musilhaus / Bearbeitung: KHK)

Bereits seit dem Jahr 2001 gibt es eine Kooperation mit dem Robert Musil Literatur Museum. Jedes Jahr werden mehrere junge, deutschsprachige Autoren eingeladen, um im Musil Haus aus ihrem Werk zu lesen.

In diesem Jahr haben wir folgende Schriftsteller für Sie eingeladen:

Dienstag, 18. April, 19:30 Uhr
Annette Hug: Wilhelm Tell in Manila (Verlag das Wunderhorn)

Als junger Augenarzt und Romancier kommt José Rizal 1886 nach Deutschland. Noch ist nicht abzusehen, dass er einmal Nationalheld der Philippinen werden wird. Der Archipel am Rand des Pazifiks ist eine Kolonie des Spanischen Weltreichs. Die Kolonialherren erlauben Bildung nur in den eng gesteckten Grenzen jesuitischer Klosterschulen. Und nur die spanische Sprache gilt als Kultur.

Weil Rizal in Madrid mit liberalen Ideen hervorgetreten ist, warnt sein Bruder vor der Heimkehr nach Manila. Er empfiehlt die sichere Existenz in Deutschland. Aber er könne etwas für sein Volk tun: In Heidelberg und Leipzig übersetzt Rizal den »Wilhelm Tell« von Friedrich Schiller in seine Muttersprache Tagalog. Die Landschaft verschiebt sich: Auf einer tropischen Insel erheben sich die Alpen. Aus Protest gegen die Untaten Gesslers, gegen die Intriganz der katholischen Kirche werden diese Berge als Vulkane ausbrechen. Am Vierwaldstättermeer kämpfen eingeborene Bauern gegen fremde Vögte, gegen Arbeit in Knechtschaft. Rizals Aufenthalt in Deutschland wird zu einer Reise des Übersetzens. Die Fortbildung in Augenheilkunde an der Heidelberger Klinik, seine Begegnungen mit studentischen Burschenschaften oder Kneipenmädel, seine Gespräche mit Philologen in Berlin oder einem Pfarrer im Odenwald – all dies Neue und Fremde wird verglichen mit der Heimat. Worte müssen gefunden werden in Tagalog, oder Analogien gebildet, wenn die Sachen nicht von einem Ort an den anderen verpflanzt werden können. Übersetzen wird zu einer Arbeit der Hoffnung, dass der Aufstand gegen die Kolonialherren kommt, und zur Entdeckung der Angst, dass Gewalt jede Ordnung vernichtet. Der historische José Rizal kehrt heim. Der Aufstand findet statt. Rizal wird 1896 in Manila wegen Anstiftung zur Rebellion und zum Verrat verurteilt und hingerichtet. Der Roman verwebt Rizals Reisen, seine Begegnungen in Madrid, Paris, Heidelberg, Leipzig und seine Erinnerungen an die philippinische Heimat mit der Geschichte des Schweizer Freiheitshelden Tell, in der Version Schillers und in der Rizals. Dichtung und Dokument werden von Sprache zu Sprache flüssig, eine Flut.


Annette Hug, geboren 1970 in der Schweiz, hat in Zürich und Manila Geschichte und Women and Development Studies studiert. Nach Tätigkeiten als Dozentin und Gewerkschaftssekretärin lebt sie heute als freie Autorin in Zürich. Im Jahr 2000 war Annette Hug Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses. „Wilhelm Tell in Manila“ ist ihr dritter Roman. Die Autorin hat für dieses Buch den Schweizer Literaturpreis des Schweizer Bundesamtes für Kultur 2017 erhalten.

 

Dienstag, 7. Februar, 19:30 Uhr
Theodora Bauer: Das Fell der Tante Meri und Die Törichten (2014)

Ferdl Meiningers Leben ist voller ungelöster Rätsel und geheimnisvoller Begebenheiten. Als Maria Seytel, von ihm seit seiner Kindheit Tante Meri genannt, stirbt, erbt er ihr gesamtes Hab und Gut – ein Vermögen und Ländereien in Südamerika. Ferdinand ist überzeugt, dass Tante Meri keines natürlichen Todes gestorben ist. Als im Dorf eine faszinierende Chilenin eintrifft, die auch auf Tante Meris Begräbnis erscheint, beginnt es in Ferdinand zu arbeiten. Er denkt an seine Mutter Susanne, die in einem früheren Leben Anni hieß und deren Beziehung zu Tante Meri stets zwischen Zuneigung, Verpflichtung und Hass changierte. Und an seinen Vater, der der Legende nach im Krieg gefallen ist. Wie war es wirklich? Und was hatte Tante Meri damit zu tun? Und was Karl Müller, der zweimal auf zwei Kontinenten starb und der ebenso wie Ferdinands Mutter in einer seltsamen Abhängigkeit zu Tante Meri stand?

In drei Erzählsträngen, die zwischen den letzten Kriegsjahren und den achtziger Jahren angesiedelt sind, entwickelt Theodora Bauer ihr eindrucksvolles Debüt. Sie versteht es, Leben in Geschichte und Geschichte in Persönliches zu bringen – und vor allem, eine atemlose Spannung im Leser aufzubauen.

Theodora Bauer, geboren 1990 in Wien, lebt im Burgenland, studiert Publizistik und Philosophie in Wien. Publikationen in Anthologien sowie im Radio. Die Autorin debütierte mit dem Roman »Das Fell der Tante Meri«. Stipendiatin des 20. Klagenfurter Literaturkurses 2016.

 

Rückblick

Die (nicht vollständige) Liste unserer Gäste aus vergangenen Jahren liest sich wie das "Who is Who" der deutschsprachigen Literatur.

2016
Bov BJERG
Sandra WEIHS
Daniel ZIPFEL
Thomas LANG


2015:
Sandra Gugic -Astronauten. Roman (C.H. Beck, 2015)
Markus Orths - Apokalypse für Anfänger, Roman (Schöffling & Co 2014)
Werner Rohner - Das Ende der Schonzeit (Lenos Verlag, 2014)
Christoph W. Bauer - Orange sind die Äpfel blau, HaymonVerlag, 2015

2014:
Gerhard HAMMERSCHMIED
Matthias MANDER
Heinz HELLE
Katharina HARTWELL

2013:
Lilian FASCHINGER
Isabella STRAUB
Olga GRJASVOWA
Silke HASSLER

2006:
Josef WINKLER
Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt
Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung 2008
Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur 2007
Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz 2005
Alfred-Döblin-Preis 2001
Berliner Literaturpreis 1996
Sonderpreis der Klagenfurter Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 1979

2005: 
Markus ORTHS
open mike der Literaturwerkstatt Berlin
Stadtschreiber von Schwaz (2001)
Förderpreis zum Literaturpreis der Stadt Marburg
Stipendium des Heinrich-Heine-Hauses der Stadt Lüneburg
Telekom-Austria-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Preis

2004:
Maja HADERLAP
Ingeborg-Bachmann Preis
Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten
Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch für Engel des Vergessens
Rauriser Literaturpreis für Engel des Vergessens
Ehrendoktorat der Universität Klagenfurt

2003:
Bestsellerautor Wolf HAAS
Wilhelm-Raabe-Literaturpreis der Stadt Braunschweig für Das Wetter vor 15 Jahren.
Bremer Literaturpreis

Thomas LANG
Ingeborg-Bachmann Preis

2002:
Julia SCHOCH
Preis der Jury beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb
Dresdner Stadtschreiberin
Nominierung zum Preis der Buchmesse und Platz 1 der SWR-Bestenliste

Antje RAVIC STRUBEL
Ernst-Willner-Preis, Klagenfurt
Förderpreis für Literatur der Akademie der Künste
Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles
Marburger Literaturpreis
Hermann Hesse Preis; Rheingau Literaturpreis; Nominierung zum Preis der Leipziger Buchmesse

2001:
Gert JONKE
Großer Österreichischer Staatspreis für Literatur
Kleist-Preis
Mehrere Nestroy-Preise etc.

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