Diözesanbischof
Dr. Alois Schwarz

Bischof Dr. Alois Schwarz

Et verbum caro factum est
Und das Wort ist Fleisch geworden

Anleitung

Sie haben Fragen oder Anregungen und wollen mit uns in Kontakt treten? Verwenden Sie einfach das Kontaktformular auf der rechten Seite, füllen Sie die Felder aus und klicken Sie auf “Senden“.

SCHLIESSEN

Kontakt

Ihre E-Mail an: Referat Beziehung - Ehe und Familie

 

 

Getauft und in der Kirche

 
 
 

Veröffentlicht von:

Ehe und Familienpastoral / RE

Kirche - das ärgerliche, anstößige Zeichen

Alter Taufstein - Kirche in Karnburg, © Foto: foto: r.e.

Alter Taufstein - Kirche in Karnburg (© Foto: foto: r.e.)

Kirche und Gemeinschaft? Sich in der Kirche beheimatet fühlen?

Die Kirche ist für viele Menschen das anstößige Zeichen geworden. Die Fehler und Mängel werden mit Eifer aufgelistet. Kirche, als die Gemeinschaft der Getauften, wird immer in einer Spannung erlebt werden. Deshalb geht es hier um ein tieferes Verständnis, was die Taufe bedeutet und wie dieses Sakrament die Sendung der Kirche in dieser Welt grundlegt.

Die heilige Kirche der sündigen Christen

Dies ist der Titel eines Buches, das der Münchner Theologe Peter Neuner geschrieben hat. Es trifft genau, was Kirche bedeutet und woran viele sich reiben, sich ärgern, wenn sie an die Kirche denken.

Menschen werden durch die Taufe geheiligt und in das Volk Gottes eingeführt, und doch sind diese Christen, die Getauften, immer wieder für das Böse anfällig.

Die Aussendung durch den auferstandenen Christus

Mit Ostern wird die Botschaft, die Jesus dem Volk Israel gebracht hatte, universal. Der Auferstandene sendet seine Jünger, die Gemeindemit-glieder aus: „Geht zu
allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“
(Mt 28,19) Damit wird die Botschaft Jesu eine Botschaft für die ganze Welt und sie schickt sich an, weltweit zu werden.

Die Taufe ist das Bundeszeichen, durch das die Eingliederung in das Gottesvolk erfolgt. Man wird in die Gemeinde aufgenommen durch Umkehr, Glaube und
Taufe. Das ist schon für die frühesten (Christen-)Gemeinden belegt. Gemäß der Apostelgeschichte fragen die Menschen Petrus: „Was sollen wir tun?“ Und dieser antwortet: „Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung der Sünden“ (Apg 2,38).

Die Taufe ist das Zeichen des Eintritts in den Neuen Bund. Die Taufe verbindet die Glieder der Gemeinde untereinander, macht sie zu einer Gemeinschaft, zum
Volk Gottes. (siehe: Peter Neuner, S. 44 f)

Kirche ist heilig – durch göttliches Erbarmen

Die Kirche ist heilige Kirche, weil ihre Glieder durch das Sakrament der Taufe in sie aufgenommen werden. Zur Kirche gehört man nicht durch menschliche Leistung, sondern durch göttliches Erbarmen. Gott kommt dem Menschen mit seiner Gnade entgegen, ohne dass dieser etwas beizutragen vermöchte und beitragen müsste.

Aufnahme in die Kirche erfolgt nicht durch menschlichen Entschluss, sondern durch eine unbedingte Zuwendung Gottes. Insofern ist Kirche in diesem Verständnis nicht primär Gemeinschaft der entschiedenen Glaubenden. Taufe wird in erster Linie nicht als persönliche Entscheidung verstanden, sondern als Vorentscheidung Gottes für den Menschen.

Taufe der Kinder - ohne eigene Verdienste

Darum konnte sich die Kirche entschließen, Kinder zu taufen, die selbst zur Glaubensentscheidung noch nicht fähig sind. Dies ist die Konsequenz der Botschaft von der Rechtfertigung, dass Gott auf den Menschen zukommt, obwohl dieser, als Sünder oder auch als Unmündiger nichts zu leisten vermag.

Volkskirche und/oder Entscheidungskirche?  Aufgrund des Zuvorkommens Gottes ist eine Volkskirche möglich, in der auch weniger entschiedene und engagierte Glieder ihren legitimen Ort haben. Entscheidungskirche, Gemeindekirche kann sicher zu einem leuchtenden Beispiel christlicher Existenz werden; als Modell verstanden tendiert sie aber darauf hin, Kirche vom menschlichen Tun her zu verstehen.
Es entspricht orthodoxem, katholischem und lutherischem Verständnis, Kirche vom zuvorkommenden Gott her zu deuten, nicht von der Entscheidung der einzelnen
Gläubigen.

Was Gott am Menschen zuvorkommend getan hat und tut, muss jedoch im Menschen Frucht bringen. Weil die Getauften von Gott geheiligt sind, sollen sie auch
persönlich zu Heiligen und Vorbildern des Glaubens werden.
(aus: Peter Neuner, S 84 -85)

Buchempfehlung: Peter Neuner. Die heilige Kirche der sündigen Christen. Verlag Pustet, Regensburg 2002. Topos TB 454

 

 

Go to top