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28.10.2017

Pastoraltage 2017

am 23. und 24. Oktober im Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje

Text und Fotos: KH Kronawetter / Internetredaktion

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Samstag

28.10.2017

Die Sorge für das gemeinsame Haus

 
 
 

Veröffentlicht von:

Internetredaktion/KHK

Die Pastoraltage 2017 in Tainach/Tinje standen im Zeichen der menschlichen Schöpfungsverantwortung

Mattias Kiefer, Bischof Alois Schwarz und Anna Hennersperger bei den Pastoraltagen 2017 in Tainach/Tinje, © Foto KH Kronawetter / Internetredaktion

Mattias Kiefer, Bischof Alois Schwarz und Anna Hennersperger bei den Pastoraltagen 2017 in Tainach/Tinje (© Foto: KH Kronawetter / Internetredaktion)

Die „Sorge für das gemeinsame Haus“ und der nachhaltig-zukunftstaugliche Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen bildeten thematische Schwerpunkte der diözesanen Pastoraltage, die am 23. und 24. Oktober 2017 im Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje stattfanden. Die Direktorin des Bischöflichen Seelsorgeamtes, Dr. Anna Hennersperger, konnte als Hauptreferenten Lic. theol. Matthias Kiefer begrüßen. Der Theologe ist seit Jahren im Erzbistum München mit der Entwicklung und Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeitskriterien befasst.

Sozialenzyklika mit Blick für das Ganze

In seinem Eröffnungsreferat gelang es Kiefer, dem Auditorium das päpstliche Rundschreiben Laudato Si’ in seiner inhaltlichen Tiefe und in seinen vielfältigen handlungsmotivierenden Aspekten attraktiv vor Augen zu führen. Diese programmatische Schreiben von Papst Franziskus sei, so Kiefer, eine klassische Sozialenzyklika, aber eine, „die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Natur mit thematisiert“. Klimawandel und soziale Unterdrückung sind komplex miteinander zusammen hängende Herausforderungen. Arbeits- und Gerechtigkeitsfragen sind mit Umweltfragen zu verschränken, schreibt Papst Franziskus. In Laudato si’ wird die Realität wahrgenommen, wie sie ist, stellte der Referent nüchtern fest und verwies auf die humanökologische Grundüberzeugung, dass jedes Geschöpf einen Eigenwert habe. Sehr deutlich entdecke man in der Enzyklika auch die Forderung nach einer dringlichen „ökologischen Umkehr“, nach einem neuen, alternativen Lebensstil, der unserer sog. Wegwerfkultur abschwört.

Alternative Ansätze in der Landwirtschaft

Im Anschluss an den Vortrag wurden in Kleingruppen Texte der Enzyklika vertiefend gelesen und miteinander „geteilt“. Es gab für die Teilnehmenden die gute Gelegenheit, sich mitzuteilen und über Konsequenzen im eigenen Handeln nachzudenken. Als Einstieg in die abendliche Diskussion zeigte Nina Vasold, Projektreferentin im Referat für Schöpfungsverantwortung, einen Ausschnitt aus dem Film „Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen“. Die gezeigten alternativen Ansätze in der Landwirtschaft dienten als Einstimmung auf einen moderierten Dialog zwischen Ing. Johannes Tomic, einem Kärntner Biolandwirt der ersten Stunde und langjährigen Obmann der österreichischen Biobauern (2002-2007), und dem kirchlichen Öko- bzw. Bio-Vordenker und -Vormacher Hochschulseelsorger Mag. Hans Peter Premur.

Leitfaden für nachhaltiges Tun

In morgendlicher Frische wurde am Beginn des zweiten Pastoraltages auf einem kurzen Stationenweg in der Nähe des Bildungshauses ein Schöpfungslob gefeiert. Bischofsvikar Dr. Peter Allmaier stellte in seinen Kurzansprachen Bezüge zu den vier Elementen - Erde, Luft, Wasser und Feuer - her. Danach sprach Nina Vasold über die Nachhaltigkeitsleitlinien der Diözese Gurk und gab Impulse zur konkreten Umsetzung, wie z. B. den Hinweis auf das neu erarbeitete Zertifizierungsprogramm „Öko-faire Pfarre“.

Konkret werden

Eine intensive Workshop-Phase prägte den zweiten Teil des Vormittages. Da wurde es dann sehr konkret. Neben Beiträgen zu schöpfungsverantwortlichen Investitionen im individuellen wie auch im institutionellen Bereich, wurde der Umgang mit Lebensmitteln, die Herausforderungen rund um Mobilität und Verkehr sowie die grenzüberschreitende globale Schöpfungsverantwortung zum Thema gemacht. Konkrete pastorale Anregungen gab es auch für die Firmvorbreitung, für die Kinderarbeit und für die Bibelarbeit in den Gemeinden.

Schöpfungsverantwortung ist kein Sonderthema

Der zweite Vortrag von Mattias Kiefer stellte Grundlinien einer ökologischen Pastoral vor. Beachtenswert waren dabei die durch Dokumente der Deutschen Bischofskonferenz gestützten Aussagen, dass die Beschäftigung mit ökologischen Themen nun nicht mehr bloß als Handeln im Vorfeld zur eigentlichen Pastoral gesehen werden soll, sondern dass das schöpfungsverantwortliche (kirchliche) Tun als sog. Querschnittsmaterie alle Lebens- und Pastoralbereiche durchziehe.

Die Schöpfung verantwortungsvoll mitgestalten

Die Pastoraltage endeten mit einem Schöpfungsgottesdienst in der Kapelle des Bildungshauses. Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz sprach in seiner Predigt davon, dass wir in der christlichen Rede von Schöpfung und Schöpfungsverantwortlichkeit nicht bloß nur die Umwelt in den Blick nehmen. „Du, Gott, setzt uns ins Licht“, heißt es im Morgenlob der Kirche, und Bischof Schwarz benannte die besondere Rolle der Menschen im Schöpfungsplan Gottes. „Wir dürfen als Ebenbild Gottes die Schöpfung mit gestalten“, sagte der er, nicht ohne auf die darin liegende besondere menschliche Verantwortung hinzuweisen. Die Schöpfung seufze und liege in Wehklagen, wie es im Römerbrief des Apostels Paulus heißt, aber - so der Bischof - die Hoffnung auf Vollendung bei Gott lasse uns bestehen und stärke uns in unserem nachhaltigen Einsatz für das gemeinsame Haus, für unsere gemeinsame Erde.

 

Bericht: Karl-Heinz Kronawetter