Immer mehr Geschäfte haben leider am Sonntag geöffnet
Der Sonntag ist ein ganz wichtiger Tag zur "Entschleunigung"! (© Foto: Unterlercher)
Wie erkläre ich es meinem Kind, dass immer mehr Geschäfte auch am Sonntag offen halten dürfen?
Die aktuelle Diskussion um das Offenhalten der Geschäfte in den Fremdenverkehrsorten hat auch auf die Familien in Kärnten eine enorme Auswirkung. Denn es könnte hier eine Lawine ins Rollen kommen, deren Folgen noch gar nicht abschätzbar sind. Von Eltern ist besonderes Fingerspitzengefühl gefordert, wenn es darum geht, den Kindern diese Entwicklung zu erklären. Einerseits sind viele Familien direkt betroffen, wenn Mütter oder Väter am Sonntag selbst arbeiten müssen. Andererseits muss man den Kindern beibringen, warum es nicht nötig ist, auch am Sonntag in ein offenes Geschäft zu gehen. Eine große Rolle spielt hier das Vorbild der Eltern. Wird der Sonntag als Familientag mit gemeinsamen Aktivitäten (Spiele, Gespräche, Mittagessen, Spaziergänge…) gelebt, ist es auch leichter, den Kindern seine Bedeutung als arbeitsfreier Tag zu erklären. Erkennen die Kinder diese Werte, werden sie auch den Sonntag als etwas Außergewöhnliches begreifen.
Vor allem der Besuch der Heiligen Messe kann ein wohltuendes Ritual und ein Zeichen für etwas Besonderes sein.
Erzählen Sie den Kindern auch, wie es früher war, als die Geschäfte Samstagmittag geschlossen haben und trotzdem am Wochenende nichts gefehlt hat. Man kann auch mit den Kindern einen Einkaufszettel schreiben und gemeinsam vor dem Wochenende die Einkäufe erledigen. Der Sonntag sollte aber nach Möglichkeit der Tag bleiben, an dem man mit der Familie auf Konsum verzichtet! Denn die Kinder sollten auch wissen, dass für unser Vergnügen andere Menschen arbeiten müssen.
Mag. Wolfgang Unterlercher, Diözesanreferent Familienwerk der Katholischen Aktion Kärnten

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