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Dienstag

05.03.2013

Das Reich Gottes suchen und finden

 
 
 

Veröffentlicht von:

Referat für Spiritualität und Exerzitien / RK

Lebensquell Glaube - ein geistlicher Impuls von Sr. Regina Kaltenegger sa für die dritte Fastenwoche 2013

Reich Gottes - wo Leben zur Entfaltung kommt ..., © Foto Sr. Regina Kaltenegger sa

Reich Gottes - wo Leben zur Entfaltung kommt ... (© Foto: Sr. Regina Kaltenegger sa)

Wie würde sich unser Leben verändern, wenn wir ganz auf das Reich Gottes ausgerichtet wären? Die Verkündigung Jesu beginnt im Markusevangelium mit folgenden Worten: „Die Zeit ist erfüllt. Das Reich Gottes ist nahe.“ (Mk 1,15). Sein Reden und Handeln ist darauf ausgerichtet, das Reich Gottes sichtbar zu machen. Die Krankenheilungen z. B. und so manches Gleichnis, z. B. jenes vom Sämann (Lk 8,4-15) oder vom Senfkorn und vom Sauerteig (Lk 13,18-21), sollen den Menschen seiner Zeit helfen, diese göttliche Wirklichkeit zu begreifen. Das ist offensichtlich nicht so leicht. Selbst Johannes der Täufer lässt durch seine Anhänger bei Jesus nachfragen, ob dieser der erwartete Messias sei. Die Antwort Jesu lautet: „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen wieder, Lahme gehen, und Aussätzige werden rein; Taube hören, Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet“ (vgl. Lk 7,18-23). Auch die Pharisäer fragen bei Jesus nach, wann das Reich Gottes komme. Diesmal lautet die Antwort: „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.“ (Lk 17,20f)

Alltägliches mit neuen Augen betrachten

Es scheint paradox zu sein, dass das Reich Gottes einerseits durch die Heilungen Jesu konkrete Wirklichkeit wird, andererseits aber nicht an äußeren Zeichen erkennbar ist, sondern in anderer Weise mitten unter den Menschen da ist. Was kann das für uns in unserem heutigen Alltag bedeuten? Das Reich Gottes ist schon da – überall dort, wo der Geist Gottes am Werk ist, wo Liebe, Friede, Freude und Güte sich vermehren – so schreibt es der Apostel Paulus an die Galater (vgl. Gal 5,22f). Daraus ergibt sich auch, dass aufsehenerregende Erlebnisse wohl eher die Ausnahme sind. Es sind vielmehr „alltägliche Kleinigkeiten“, in denen sich das Reich Gottes zeigt: wenn ich offene Augen habe für die Schönheit der Natur, wenn sich nach einer Phase der Erschöpfung oder Krankheit wieder Lebensenergie zeigt (wie Sie an der verspäteten Fertigstellung dieses Impulses erkennen können), wenn ein Außenseiter, z. B. ein neuer Mitschüler, in die Gemeinschaft aufgenommen wird, wenn …
Ich lade Sie in diesen Tagen ein, all Ihre inneren und äußeren „Antennen“ auf das Reich Gottes auszurichten, dass Sie viele der oft unscheinbaren Spuren Gottes in Ihrem Alltag entdecken können!

Druckversion des Impulses für den 3.3.2013