Organisation

Institut für kirchliche Ämter und Dienste

Auf Christus zugehen

Studienhalbtag über "Ökumene in Kärnten" mit Generalvikar Guggenberger und Superintendent Sauer

Superintendent Sauer, Generalvikar Guggenberger (© Foto: Michael Kapeller)
Superintendent Sauer, Generalvikar Guggenberger (© Foto: Michael Kapeller)

Am Donnerstag, 19. Jänner 2012 trafen sich Priester und Diakone im Diözesanhaus, um sich in der Woche der Einheit der Christen über die Situation der Ökumene zu informieren und auszutauschen. Als Referenten standen den Teilnehmern die beiden Vorsitzenden der ökumenischen Kontaktkommission, Generalvikar Dr. Engelbert Guggenberger und Superintendent Mag. Manfred Sauer, zur Verfügung.


Ausgangs- und Zielpunkt ist Christus

In seinem Vortrag hob Generalvikar Guggenberger die Bedeutung des 2. Vatikanischen Konzils für die Ökumene in der katholischen Kirche hervor. Die besondere Leistung des Konzils bestand darin, die anderen Konfessionen mit dem Reichtum, der in ihnen wohnt, wertzuschätzen. Dies geschah jedoch ohne den Anspruch aufzugeben, dass der eigene Heilsweg der adäquate ist. Dies wird natürlich auch von den anderen Kirchen für die eigene Konfession beansprucht. Dies sei auch legitim und zu respektieren. Denn eine gute Ökumene besteht laut Generalvikar Guggenberger nicht darin, dass es zur Bildung einer Überkonfession kommt, sondern dass sich die christlichen Kirchen auf Christus zubewegen. Hier ist für ihn das Bild des Rades leitend: So wie die Speichen von der Narbe gehalten werden, so auch die Kirchen von Christus. Wenn sich die Kirchen auf Christus zubewegen, dann kommen sie auch – so wie die Speichen der Narbe – einander näher.


Versöhnte Verschiedenheit

Superintendent Sauer teilt diese Einschätzung eines Weges zur Einheit. Ein Modell auf diesem Weg könnte die Leuenberger Konkordie von 1973 sein. Hier kam es zu einer Übereinkunft der evangelischen Kirchen, die auch nicht zur Aufgabe der eingenen Tradition führte, aber eine Altargemeinschaft begründete. Eine zentrale Voraussetzung auf diesen Weg voranzukommen besteht darin, sich angstfrei und vertrauensvoll auf den anderen und auch die andere Kirche einzulassen. Hier ortet Superintendent Sauer in Kärnten ein sehr positives Klima. So wurde in den letzten Jahren ein gemeinsamer Christentag durchgeführt und im Zuge der Landesausstellung in Fresach die Broschüre „Schätze des Glaubens“ erarbeitet. Besonders auch in gesellschaftspolitischen Fragen treten die beiden Kirchen, vertreten durch Bischof Schwarz und ihn als Superintendent gemeinsam auf und können hier vieles bewegen.