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Dienstag

09.01.2018

P. Sokolowsky: Wissen um eigene Religion ist primäre Voraussetzung für gelungenes Miteinander

 
 
 

Veröffentlicht von:

Pressestelle der Diözese Gurk

"Christen und Muslime" als Thema der diesjährigen Priestertage der Diözese Gurk im Bildungshaus Sodalitas

© Foto Pressestelle

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Klagenfurt, 9. 1. 18 (pgk). Der Islam als pastorale Herausforderung war das Thema der diesjährigen Priestertage der Diözese Gurk, die unter der Leitung von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz im Bildungshaus „Sodalitas“ in Tainach/Tinje stattfanden und heute zu Ende gingen. Referent der Tagung war der Wiener Jesuitenpater Prof. Dr. Iwan Sokolowsky, langjähriger Berater der Päpstlichen Kommission für den interreligiösen Dialog sowie Dozent für islamische Tradition der Mystik am Päpstlichen Institut für islamische Studien. Das Miteinander von Christen und Muslimen sei, so der Wiener Jesuitenpater, nicht nur ein gesellschaftspolitisch aktuelles Thema, sondern auch ein zentrales Anliegen von Papst Franziskus, der wiederholt dazu aufgerufen habe, „als Christen Interesse am Islam zu zeigen und aufeinander zuzugehen“. Das Wissen um die eigene Religion und Kultur sei für Christen „die primäre Voraussetzung für ein gelungenes Miteinander mit Muslimen“. Vor allem von Priestern werde erwartet, dass diese die Inhalte ihres Glaubens und die Botschaft, die das Christentum verkündet, einem Andersgläubigen vernünftig erklären können. Es gelte „auskunftsfähig darüber zu sein, woran Christen glauben, Bescheid zu wissen über das christliche Verständnis von Sakramenten, christliche Symbolik, die Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede der Religionen“. Dabei sei auch die Befassung mit der Darstellung des Christentums im Koran hilfreich, in dem es, so P. Sokolowsky, „viele Stellen gibt, in denen das freundliche Wesen des Christentums oder die zölibatäre Lebensform besonders gelobt werden“. Gleichzeitig gebe es im Koran auch negative Aussagen und Kritik am Christentum. Diese Darlegungen, positive wie negative, könnten für katholische Priester auch Anlass zur kritischen Selbstreflexion sein. Mit Blick auf Ängste und Einwände im Bezug auf den Islam betonte Sokolowsky die Notwendigkeit, dass Priester ein kompetentes Fachwissen über den Islam haben sollten, „das über das Zeitungswissen hinaus geht, damit nicht Vorurteile übernommen und weiter transportiert werden“. Weitere Schwerpunkte der Priestertage bildeten unter anderem auch die Themen Taufvorbereitung von Asylwerbern sowie die pastorale Betreuung von Ehen zwischen Christen und Muslimen. In diesem Zusammenhang betonte P. Sokolowsky, „dass die Auseinandersetzung mit dem Anderen in Wertschätzung auch eine spirituelle Hilfe für das Zusammenleben speziell in Mischehen sein kann“.

Die Priestertage werden jährlich vom Vorstand des Priesterrates der Diözese Gurk organisiert und sollen die Gemeinschaft und Gemeinsamkeit anhand inhaltlicher Schwerpunktthemen fördern.