Ostersonntag: Bischof Schwarz zelebriert Pontifikalamt
Christliches Brauchtum in der Osterzeit

Klagenfurt, 1. 4. 12 (pgk). Am Ostersonntag zelebriert Bischof Schwarz um 10 Uhr das Pontifikalamt im Klagenfurter Dom. SolistInnen, Domchor und Domorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Wasserfaller bringen die „Große Credomesse KV 257“ von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung.
Ostern ist das höchste Fest der Christen. Die Gläubigen feiern mit der Auferstehung Jesu das Fundament des christlichen Glaubens. Entgegen der immer noch landläufig weit verbreiteten Meinung, dass das Weihnachtsfest Mittelpunkt des Kirchenjahres sei, bildet vielmehr das Osterfest den Mittelpunkt und zugleich den Höhepunkt im Kirchenjahr. Es ist außerdem mit Pfingsten das älteste Fest der Christenheit. „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos“ schreibt der Apostel Paulus im ersten Brief an die Gemeinde in Korinth (1 Kor 15,17) und weist damit deutlich auf das Zentrum des christlichen Glaubens hin. Alle so genannten „beweglichen“ Festtage des Kirchenjahres, wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam, richten sich mit ihrem Termin nach dem jeweiligen Osterfest.
Der Termin des Osterfestes. Seit dem Konzil von Nizäa (325) wird das Osterfest am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Die Art der Berechnung des Osterfestes ist in der Ost- und Westkirche gleich. Da der Frühlingsvollmond jedoch in der Ostkirche nach dem Julianischen und nicht dem Gregorianischen Kalender berechnet wird, können die Termine des Osterfestes in der Ost- und Westkirche einen Unterschied von bis zu fünf Wochen aufweisen. So feiert in diesem Jahr die Ostkirche Ostern erst am 27. April.
Was heißt „Ostern“? Die römische Liturgie und die romanischen Sprachen sowie das Niederdeutsche, Holländische, Norwegische und Dänische nennen Ostern nach dem aramäischen Namen des zugrunde liegenden Paschafestes (Ital. pasqua, Span. pascua, Franz. pâques). Das jüdische „Passah“ (vom Hebräischen „pesach“) bedeutet: „vorübergehen, überspringen, verschonen“ und erinnert an Gottes rettende Heilstaten beim Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Der Ursprung des deutschen Wortes „Ostern“ ist unklar und es gibt verschiedene Deutungen. Dass sich das Wort von der englischen Friedensgöttin „Ostara“ ableitet, wird inzwischen von vielen Forschern angezweifelt. Andere Wissenschaftler verweisen auf „Osten“ (Aufgang der Sonne) oder auf das mittelhochdeutsche „Urständ“ (= Auferstehung) als mögliche Erklärung für die Bedeutung des Wortes. Neuere Deutungen leiten den Namen „Ostern“ von der christlichen Bezeichnung „hebdomada in albis“ (Woche in weißen Kleidern) ab. Dabei habe man das „in albis“ als Plural von „alba“ (lat.: Morgenröte) betrachtet und mit dem althochdeutschen „eostarun“ übersetzt. Auch dieser Erklärungsversuch basiert auf der Vorstellung von Christus als die im Osten aufgehende Sonne.
Die Osterkerze. Der Brauch einer besonderen Osterkerze taucht erstmals 384 in Piacenza auf. Die Osterkerze, ein Sinnbild für den auferstandenen Christus als „Licht der Welt“, erhält im Laufe der Jahrhunderte ihre heutige Gestalt und Gestaltung. Sie ist wegen ihrer Größe leicht sichtbar und wird, aufgestellt auf einem Leuchter im Altarraum, von der Feier der Osternacht bis zum Fest Christi Himmelfahrt möglichst zu jeder liturgischen Feier angezündet. Auf ihrer Vorderseite ist mit Wachs ein Kreuz aufgetragen, über dem oben der erste (Alpha) und unten der letzte (Omega) Buchstabe des griechischen Alphabets zu lesen sind. In den vier Feldern des Kreuzes steht jeweils eine Ziffer der Jahreszahl. Die Osterkerze wird auch außerhalb der Osterzeit zu jeder Tauffeier entzündet.
Vielfältiges Brauchtum
Ostereier. Das Ei ist ein uraltes Fruchtbarkeitssymbol, Ursymbol des Lebens, des Seins und Werdens. Die Tradition des Verschenkens von bunten Eiern lässt sich bis 5000 v. Chr. bei den Chinesen, den Ägyptern und den persischen Großkönigen zurückverfolgen. Bereits in diesen Epochen hat man zum Frühlingsfest buntbemalte Eier verspeist. Bis in das 15. Jahrhundert verstand man unter „Osterei“ auch ein „bis zu Ostern abzulieferndes Zinsei“. Seit dem 16. Jahrhundert wird der Begriff im heutigen Sinne verwendet. Verzierte Ostereier werden erstmals 1615 erwähnt. Gekochte Eier bedeuten in vielen Kulturen „verhindertes Leben“ und sind Zeichen der Trauer und Klage. Teilweise gehören sie auch zu den rituellen Speisen des Trauermahles. Die oft kunstvoll bunt bemalten und geschmückten Ostereier weisen jedoch auf den Wandel vom Tod zum Leben hin. So wird das Osterei zum Symbol des Lebens und der Hoffnung über den Tod hinaus, in dem das Geheimnis von Tod und Auferstehung zum Leben „handgreiflich“ geborgen ist. Dies erinnert an das Psalmwort: „Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet“(Ps 30,12).
Speisensegnung*. Dieser Brauch wird traditionell im alpenländischen Kulturraum, besonders in Bayern, Südtirol und Österreich gepflegt. Er lässt sich historisch bis ins 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Speisen wie Eier und Fleisch, deren Genuss in der strengen mittelalterlichen Fastenordnung verboten war, gewannen durch diese österliche Segnung im Volksglauben besondere Bedeutung und Kräfte. Heute kann dieser Brauch den Sinn haben, die Brücke zwischen dem Altar und dem häuslichen Tisch zu schlagen, zwischen dem Sakralen und dem Profanen. Die österliche Tischgemeinschaft soll so in unseren Häusern ihre Fortsetzung finden als Zeichen und Erfahrung der Freude über die Auferstehung. Im Volksmund wird die Speisesegung als „Fleischweihe“ aufgefasst. Demgegenüber ist jedoch klärend und klar stellend zu sagen:
Osterhase. Der Hase taucht bereits in der ägyptischen Mythologie als Symbol der Fruchtbarkeit auf. Die Vorstellung vom Hasen als österlicher „Eierbringer“ ist in Deutschland zum ersten Mal im 17. Jahrhundert belegt. In Byzanz soll er im Mittelalter ein Zeichen für Christus gewesen sein. In der Annahme, der Hase schlafe mit offenen Augen, verglich man ihn mit dem Auferstandenen, der nicht im Tod entschlafen war. Im Mittelalter werden Hasen in der christlichen Zahlenmystik verwendet, um die Einheit Gottes in der Dreifaltigkeit sinnbildlich darzustellen, wie dies zum Beispiel im bekannten Drei-Hasen-Fenster im spätgotischen Kreuzgang des Domes zu Paderborn zu sehen ist.
Emmausgang. Der Emmausgang ist ein Brauch in Erinnerung an den Gang der verzweifelten Jünger nach Emmaus, dem sich der auferstandene Jesus Christus unerkannt angeschlossen hat, um ihnen die Augen zu öffnen und sie wieder zum Glauben an Gott, der den Tod überwindet und das ewige Leben schenkt, zu führen. Ausgeführt wird der Emmausgang als ein geistlicher Gang mit Gebet und Gesang oder als ein besinnlicher Spaziergang durch die erwachende Natur am Ostermontag, der deshalb auch Emmaustag heißt.
*Sachen, Gegenstände und Tiere werden nicht „geweiht“, wie es im Volksmund oft heißt, sondern „gesegnet“, daher auch „Speisensegnung“. Es gibt keine „Autoweihen“, „Pferdeweihen“ oder „Fleischweihen“, sondern nur entsprechende Segnungen. „Geweiht“ werden Personen, die in den Dienst Gottes gestellt werden. Einzige Ausnahme: Gegenstände wie Kirchenbauten, Glocken, Kelche, Öle u. dgl. werden geweiht, wenn sie für dauernd in den liturgischen Gebrauch, also ausschließlich für den heiligen und heiligenden Dienst bestimmt sind. Dies wird besonders deutlich in der Altarweihe, in der ein Altar zum zu einem besonderen heiligen Ort und als Symbol für Jesus Christus selbst wird.