“Ökumenische Reise” mit Bischof Schwarz nach Serbien
Treffen mit Erzbischof von Belgrad und mit Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche
Klagenfurt, 12. 5. 11 (pgk). Ökumenische Reise: Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz reist von Montag, dem 16., bis Donnerstag, dem 19. Mai, an der Spitze einer Kärntner Delegation mit 20 Priestern und Diakonen der Diözese Gurk nach Serbien.
Ziel der Reise sei es, so Bischof Schwarz, die seelsorgliche Situation der Kirche in Serbien kennen zu lernen und die Katholische Kirche, die in Serbien eine Minderheitenkirche ist, zu stärken. „Durch diesen Besuch wollen wir die starken christlichen Wurzeln dieses europäischen Landes wieder bewusst machen und so unsere Verbundenheit mit der Kirche in Serbien zum Ausdruck bringen“, beschreibt der Kärntner Bischof das Anliegen der Reise, die vom Katholischen Bildungshaus Sodalitas in Tainach unter der Leitung von Rektor Josef Kopeinig organisiert wird. Bischof Schwarz verweist zudem auf die „historisch begründeten Verbindungen zwischen Kärnten und Serbien, die unter anderem auf die Mitpatrone Europas, Cyrill und Method, und die beiden Patrone von Aquileia,die Märtyrer Hermagoras und Fortunat, die im Gebiet des heutigen Belgrad seelsorglich tätig waren, zurück gehen“. So seien beispielsweise die Hermagoras-Bruderschaft, der Hermagoras-Verlag und der Name der Stadt Hermagor im Gailtal auf diese beiden Patrone zurückzuführen.
Der Erzbischof von Belgrad, Stanislav Hočevar SDB, der auch Vorsitzender der internationalen Bischofskonferenz St. Cyrill und Method ist, die Serbien, Montenegro, den Kosovo und Mazedonien umfasst, hat eine persönliche Verbindung mit Kärnten. Er war nämlich von 1984 bis 1988 Direktor des Modestusheimes der Hermagoras in Klagenfurt. Erzbischof Hočevar, der immer wieder die Bedeutung des ökumenischen Dialogs zwischen den christlichen Kirchen für die Zukunft Europas betont und sich in Serbien für ein neues Miteinander der Katholischen Kirche mit der Orthodoxie einsetzt, wird die Kärntner Delegation an der Grenze empfangen und sie bis Belgrad begleiten.
Am Dienstag feiern Erzbischof Hočevar und Bischof Schwarz um 18 Uhr gemeinsam eine hl. Messe in der Kirche „Hl. Antonius“ in Belgrad. Der Kärntner Bischof wird bei der hl. Messe – passend zum ökumenischen Grundgedanken der Reise – eine Predigt zum Thema „Seliger Johannes Paul II. und seine Sorge um die Einheit und Spiritualität Europas“ halten.
Auch ein Zusammentreffen mit Bischof Irinej von Niš, dem Patriarchen der serbisch-orthodoxen Kirche steht am Programm der Reise. Weitere Programmpunkte sind unter anderem Besichtigungen der Städte Belgrad, Niš und Novi Sad, Führungen in verschiedenen Kirchen und in den Klöstern Kovilj und Ravanica sowie im Gebiet der Fruska Gora. Ein besonderes Augenmerk wird anlässlich der Wiederkehr der Mailänder Vereinbarung von 313 über die Religionsfreiheit im Römischen Reich auf Kaiser Konstantin, seine Mutter St. Helena und seine Heimat in Niš und Mediana gelegt. Außerdem wird Bischof Schwarz mit den Kärntner Priestern und Diakonen hl. Messen in der Kreuzerhöhungskirche in Belgrad sowie in der Marien-Namen-Kirche in Novi Sad feiern.
Von den rund 10,6 Millionen Einwohnern Serbiens zählen ca. 84 Prozent zur serbisch-orthodoxen Kirche. Die Katholiken bilden mit ca. 500.000 Gläubigen eine Minderheit. Die römisch-katholischen Christen setzen sich überwiegend aus den nationalen Minderheiten der Ungarn, Kroaten, Slowaken, Tschechen, Deutschen und Albaner zusammen. Zur römisch-katholischen Kirchenprovinz in Serbien gehört das Erzbistum Belgrad, das Bistum Syrmien, das Bistum Zrenjanin und das Bistum Subotica.