Diakonweihe von Bernd Wegscheider
Bischof Schwarz: Sich mutig in die Lebenswelten der Menschen hinein begeben

Klagenfurt, 8. 10. 12 (pgk). Die Bedeutung der unterschiedlichen Gnadengaben, Begabungen und Charismen in der Kirche hat Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz bei der Weihe von Bernd Wegscheider zum Diakon in der Pfarrkirche St. Marein im Lavanttal in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt. In der großen Vielfalt der kirchlichen Gnadengaben sei der Diakon, so Bischof Schwarz, „einer, der für die anderen da ist, damit sie ihre Gottoffenheit leben und entdecken können“. Bischof Schwarz verwies auch auf die Bischofssynode, die gestern zum Thema „Evangelisierung“ in Rom eröffnet wurde. „50 Kardinäle und mehr als 200 Bischöfe werden dabei darüber nachdenken, wie der Glaube heute in unseren Ländern vertieft werden kann“, sagte Bischof Schwarz. Dabei würden auch aktuelle Herausforderungen wie zum Beispiel der Rückgang des Gottesdienstbesuches, das Schwinden der Glaubenspraxis sowie der fehlende Mut, dem Zeitgeist zu widerstehen, Gegenstand der Beratungen sein. In diesem Zusammenhang ermutigte der Kärntner Bischof mit Blick auf das Leitbild der Diözese Gurk „Mit Jesus Christus den Menschen nahe sein“ den neuen Diakon dazu, sich hinein zu begeben in die Lebenswelten der Menschen „im Zeichen der Fußwaschung" und sich "hinunter zu bücken zu den Leidenden, um in Augenhöhe mit ihnen Gott im Leid zu sehen und zu entdecken“. Dies sei besonders in einer oft von Pragmatismus geprägten Zeit, in der das „Nützlichkeitsdenken“ oft im Vordergrund stünde, sehr wichtig. Eine Herzenshaltung, die nur nach dem Nutzen frage, „entwürdigt das liebende Suchen und das suchende Lieben des Glaubens, banalisiert Gott und auch den Menschen“, sagte der Kärntner Bischof und wandte sich mit dem Wunsch an den neuen Diakon, „mit seiner Intellektualität und seinen Begabungen, mit seiner Kraft des Herzens und in der Treue zur Kirche bei den Menschen zu sein“.
Bernd Wegscheider, am 1. Dezember 1986 in Wolfsberg geboren, besuchte zunächst das Gymnasium in St. Paul, anschließend das BORG Wolfsberg, wo er 2005 maturierte. Nach dem Zivildienst begann er mit dem Studium der Katholischen Fachtheologie in Graz. Im Herbst 2009 trat Wegscheider ins Priesterseminar der Diözese Gurk in Graz ein. Die Diplomarbeit schrieb er im Fachbereich Philosophie zum Thema „Die philosophische Frage nach Gott“. Im Studienjahr 2011/12 absolvierte Wegscheider das Pastoralpraktikum in der Dompfarre Klagenfurt. Sein Diakonatsjahr verbringt Wegscheider, dessen älterer Bruder Jörg Dominikanerpater in Wien ist, in der Pfarre Moosburg.