Diözesanbischof
Dr. Alois Schwarz

Bischof Dr. Alois Schwarz

Et verbum caro factum est
Und das Wort ist Fleisch geworden

Anleitung

Sie haben Fragen oder Anregungen und wollen mit uns in Kontakt treten? Verwenden Sie einfach das Kontaktformular auf der rechten Seite, füllen Sie die Felder aus und klicken Sie auf “Senden“.

SCHLIESSEN

Kontakt

Ihre E-Mail an: Pressestelle

Montag

12.06.2017

15. Juni: Fronleichnam

 
 
 

Veröffentlicht von:

Pressestelle der Diözese Gurk

Fronleichnamsfeier mit Bischof Schwarz in Klagenfurt – Entstehung und Bedeutung des Festes

In vielen Kärntner Pfarren finden zu Fronleichnam Prozessionen statt (im Bild: Fronleichnamsprozession 2015 in Wachsenberg). , © Foto M. Schusser

In vielen Kärntner Pfarren finden zu Fronleichnam Prozessionen statt (im Bild: Fronleichnamsprozession 2015 in Wachsenberg). (© Foto: M. Schusser )

Klagenfurt, 9. 6. 17 (pgk). Am Donnerstag, dem 15. Juni, feiert die Katholische Kirche das Fest „Fronleichnam“, das heute den Namen „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“ trägt. Inhaltlich ist es von der dankbaren Erinnerung an die Einsetzung der Eucharistie geprägt. In Klagenfurt feiert Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz die Fronleichnamsfeier der Klagenfurter Stadtpfarren. Die Feier, die musikalisch vom Domchor Klagenfurt (Leitung: Domkapellmeister Thomas Wasserfaller) und der Militärmusik Kärnten (Leitung: Oberstleutnant Dietmar Pranter) mitgestaltet wird, beginnt um 9 Uhr auf dem Domplatz. Anschließend leitet der Kärntner Bischof die Prozession durch die Innenstadt bis zur Stadthauptpfarrkirche St. Egid, wo er die sakramentale Schlussandacht hält. Bei Schlechtwetter findet die Feier um 9 Uhr in der Domkirche statt.

Bedeutung von „Fronleichnam“. Das Wort Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen (vron = Herr; lichnam = lebendiger Leib) und bedeutet also „lebendiger Leib des Herrn“. Zentrale Aussage von Fronleichnam ist, dass Jesus für uns das Brot des Lebens ist und sich für das Leben der Welt hingibt. Das Fest und vor allem die Prozession bringen zum Ausdruck, dass Jesus mit seinem Volk zieht. Dabei steht die Freude an Jesu wirklicher Gegenwart im Mittelpunkt. Fronleichnam feiert die bleibende Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie. Deshalb trägt der Priester bei der Prozession als sichtbares Zeichen für die wirkliche Gegenwart Jesu die Hostie, das in den Leib Christi verwandelte Brot, in der Monstranz – einem Gefäß, das die Hostie meist hinter Glas in einem Strahlenkranz sichtbar macht – unter einem über vier Stäbe gespannten Tuch, dem so genannten „Himmel“, durch die Straßen. Die Prozessionen sind als Segenshandlungen zu verstehen, bei denen nicht nur Ortschaften und Felder, sondern vor allem die Menschen gesegnet werden. Der Prozessionszug hält üblicherweise an vier Stationen, die für die vier Himmelsrichtungen stehen. An jeder Station wird aus dem Evangelium vorgelesen und der eucharistische Segen erteilt.

Entstehung des Festes. Das Fronleichnamsfest am zweiten Donnerstag nach Pfingsten wurde vor fast 800 Jahren erstmals in Belgien gefeiert und geht auf eine Vision der Juliane von Lüttich zurück (1209): Ein dunkler Fleck auf der Mondscheibe wurde von ihr als das Fehlen eines solchen Festes gedeutet. 1264 führte Papst Urban IV. das Fest Fronleichnam als Festtag für die ganze Kirche ein. Doch sollte erst die Bestätigung durch Papst Johannes XXII. 1317 dem Fest zu einem weltkirchlichen Durchbruch verhelfen. Schon ursprünglich wurde das Fest an einem Donnerstag gefeiert: Damit sollte an den Gründonnerstag als Stiftungstag der Eucharistie erinnert werden. Historisch kann die Entwicklung des Festes im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Schaufrömmigkeit gesehen werden. Die liturgischen Texte des Fronleichnamsfestes gehen auf Thomas von Aquin zurück.

Brauchtum. Erste Fronleichnams-Prozessionen gab es in Deutschland schon im 13. Jahrhundert. Es dauerte jedoch bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, bis sich das Fest in seiner einheitlichen Form mit Prozession durchsetzte. Die Fronleichnamsprozession ist heute mit einigen Volksbräuchen verbunden. So sind bei vielen Prozessionen die Blumengaben der Kinder zu sehen, bei welchen sie Blütenblätter auf den Prozessionsweg streuen. In manchen Orten in Kärnten und in der Steiermark legen die Frauen früh am Morgen Blumenteppiche mit mosaikartigen Mustern, Sinnbildern und Sprüchen aus Blüten nieder. Italienische Gärtner brachten vor über 200 Jahren diesen Brauch nach Kärnten. Das Wort „Prozession“ stammt vom lateinischen Wort „procedere“ ab, das „vorangehen“, „vorwärts gehen“ bedeutet. Die Fronleichnamsprozession ist ein traditionelles Zeichen dafür, miteinander zu einem großen Ziel auf dem Weg zu sein.