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26.09.2012

St. Georgen: Bischof Schwarz warnt vor Vorherrschaft der Ökonomie

 
 
 

Veröffentlicht von:

Pressestelle der Diözese Gurk

„Finance & Science“-Kongress im Bischöflichen Bildungshaus St. Georgen/Längsee gestern eröffnet

Klagenfurt, 26. 9. 12 (pgk). Vor einer reinen Vorherrschaft der Technik, der Medizin und der Ökonomie hat Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz in seinem Vortrag mit dem Titel „Ökonomie und Transzendenz“ zur Eröffnung des dritten „Finance & Science“-Kongresses im Bischöflichen Bildungshaus Stift St. Georgen/Längsee gewarnt. Gleichzeitig hat sich der Kärntner Bischof für einen „neuen Lebensstil, der charakterisiert ist von einem gerechten Umgang miteinander, von einem Wohlwollen füreinander und von einer fürsorgenden Verantwortlichkeit untereinander“ ausgesprochen. Die Wirtschaft folge oft, so Bischof Schwarz, der in der Österreichischen Bischofskonferenz unter anderem auch für Wirtschaftsfragen zuständig ist, einer „Logik des quantitativen Mehr – mehr Wachstum, mehr Arbeitsplätze, mehr Flexibilität, mehr Sparen“. Dieses „quantitative Mehr“ müsse von einem „qualitativen Mehr“ und einem „Anders“ abgelöst werden. Dazu sei der Diskurs zwischen Ökonomie und Transzendenz, konkret zwischen Ökonomie und Religion, unerlässlich. Dieser Diskurs fordere Alternativen zum gängigen Lebensstil und den gängigen Wirtschaftspraktiken. „Wenn eine Gesellschaft dazu neigt, in der Gestaltung des individuellen Lebens und des gemeinschaftlichen Lebens davon abzusehen, an Gott als Transzendenzbezug Anerkennung und Maß zu nehmen – und dazu neigt unsere heutige Gesellschaft latent und teilweise ausdrücklich – dann werden die Kräfte der Technik und der Naturwissenschaft, aber auch der Medizin und Ökonomie so vorherrschend, dass letztlich der Mensch nur noch um sich selber kreist oder zum bloßen Objekt dieser Kräfte reduziert oder degradiert wird“, sagte Bischof Schwarz. Der Bezug zu Transzendenz, einem personalen Gott, stelle den Menschen in einen größeren Anerkennungs- und Verantwortungszusammenhang. Gleichzeitig erfahre der Mensch auch, so der Kärntner Bischof, „die Grenzen seines persönlichen, sozialen und politischen Handelns und darin seine unausweichliche Angewiesenheit auf Andere und deren Solidarität“.
Es brauche zukünftig, so Bischof Schwarz, „verstärkt Initiativen und Bewegungen, die für eine nachhaltigere und Ressourcen schonende Wirtschaft eintreten, für einen gemäßigten Lebensstil, für einen anderen Umgang mit Energie, für ein Verständnis von Entwicklung, das nicht ausschließlich am Bruttonationalprodukt als Gradmesser abgelesen wird“. Dies setze auch ein anderes und ganzheitlich umfassendes Verständnis vom Menschen, der nicht nur als Produzent und Konsument definiert werden kann, voraus. Weiters brauche es eine Zuordnung von Real- und Finanzwirtschaft ebenso wie einen neuen globalen Ordnungsrahmen für eine global aktive Wirtschaft, so Bischof Schwarz. „Die Religionen liefern ethische und moralische Richtlinien für den Umgang miteinander zum Wohl des Menschen und damit zum Überleben der Welt“, sagte der Kärntner Bischof und stellte wörtlich fest: „Ökonomie braucht Transzendenz um des Menschen und seiner Zukunft willen!“

Der dritte „Finance & Science“-Kongress wurde vom Sustainability Economic Forum SEFO im Bischöflichen Bildungshaus Stift St. Georgen/Längsee veranstaltet. Weitere Referenten des Kongresses waren Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg, der Dekan der „Accademia Alfonsiana“ in Rom, Prof. Dr. Martin McKeever, SEFO-Vereinspräsident Dr. Johannes Krall, Richard Lernbass, Geschäftsführer von software-systems.at Finanzdatenservice, Christian Baha, Gründer und Eigentümer von „Superfund“, Univ.-Prof. Dr. Thomas Gehrig, Vorstand des Instituts für Finanzwirtschaft an der Universität Wien, Dr. Wolfgang Feuchtmüller, Berater des Vorstandes der Bank Austria, Mag. Günter Glück, Leiter der Aus- und Weiterbildung ERGO Austria International, und Dr. Arman Vardanyan, Senior Portfolio Manager von „Vision Microfinance“.

Informationen zur Veranstaltung und Fotos: Mag. Jutta Krall, Geschäftsführerin SEFO, Tel. 04213 / 34 00 4, krall@software-systems.at, http://www.sefo.at