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Dienstag

01.02.2011

Leitbilder leben von Vorbildern

 
 
 

Veröffentlicht von:

Internetredaktion/JT

Vortrag von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz zum Thema „Ethische Grundsätze in der Wirtschaft“

Klagenfurt (pgk) „Langfristig erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine Balance finden zwischen den Interessen ihrer Eigentümer, ihrer Kunden, ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der sie umgebenden Umwelt“, sagte Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz bei seinem Vortrag zum Thema „Ethische Grundsätze in der Wirtschaft“ im Rahmen der Feierlichkeiten zum 160-Jahr-Jubiläum der Volksbank im Hotel Sandwirth in Klagenfurt.

Solche Unternehmen würden, so der Kärntner Bischof, der in der Österreichischen Bischofskonferenz unter anderem auch für Wirtschaftsfragen zuständig ist, „statt einer kurzfristigen Gewinnmaximierung langfristiger Stabilität, fairen Kundenbeziehungen und respektvoller Mitarbeiterführung den Vorrang einräumen und mit ihrer gesellschaftlichen und ökologischen Umwelt in offener und verantwortungsvoller Beziehung stehen“. In den Leitbildern der Volksbank gehe es um Menschen, um die Beziehung zu den Menschen, um Beziehungs- und Wertegefüge. „Leitbilder leben von den Vorbildern, die sie leben“, betonte der Kärntner Bischof und verwies in diesem Zusammenhang auf die auf der christlichen Soziallehre basierenden Werte, die in der Volksbank gelebt und „vorbildhaft tradiert“ werden.

Erfolgreiche Unternehmen verstünden es, sagte Bischof Schwarz, „ihren Wertekanon in allen Phasen und Ausgestaltungen ihres wirtschaftlichen Daseins konsequent zu leben“. Außerdem blieben sie standhaft, „wenn die Aussicht auf schnelles Geld das Risikobewusstsein einer harten Probe aussetzt“. Unternehmens- und Führungsethik seien für sie „mehr als plakative Leitbildvokabel oder schmückender Teil des jährlichen Geschäftsberichtes“. In diesem Zusammenhang verwies Bischof Schwarz auf das „St. Georgener Manifest für neues Wirtschaften und ethisches Führen“, das im Rahmen des Führungskräftelehrgangs „WertVoll-SinnVoll“ im Bischöflichen Bildungshaus Stift St. Georgen am Längsee erarbeitet wurde und dessen erster Leitsatz lautet: „Geht es den Menschen gut, geht es der Wirtschaft gut.“

Man müsse sich immer wieder neu ins Bewusstsein rufen, dass der Mensch – egal ob in leitender Position oder als ausführender Mitarbeiter – immer im Mittelpunkt des Wirtschaftens stehe, sagte der Kärntner Bischof und betonte die Notwendigkeit der vier „Kardinal-Tugenden“ Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung für die Wirtschaft. „Wer im Wirtschaftsleben Verantwortung trägt, Menschen führt und Entscheidungen trifft, übt Macht aus“, so Bischof Schwarz. Ein „richtiger und verantwortungsvoller Umgang mit dieser Macht“ sei, so der Kärntner Bischof, entsprechend der Richtlinien des Hl. Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens, möglich.