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24.01.2012

Dechantenkonferenz: Bischof Schwarz für Konzentration der Kräfte

 
 
 

Veröffentlicht von:

Pressestelle der Diözese Gurk

Das neue Leitbild der Diözese als neue Chance der Evangelisierung

Bischof Schwarz spricht bei der Dechantenkonferenz 2012 in Seggauberg, © Foto Michael Kapeller

Bischof Schwarz spricht bei der Dechantenkonferenz 2012 in Seggauberg (© Foto: Michael Kapeller)

Klagenfurt, 24. 1. 12 (pgk). Für eine „offene Kirche mit viel Sympathie für das Leben der Menschen“ hat sich Diözesanbischof heute bei seinem Grundsatzreferat im Rahmen der Dechantenkonferenz, die noch bis übermorgen Donnerstag im steirischen Bildungshaus Schloss Seggauberg tagt, ausgesprochen. Kirche sei, so der Kärntner Bischof, „keine Festung, sondern wie das Zelt Gottes auf Erden ein bergender Raum des Geistes, wo Menschen Unterschlupf finden“. Mit Blick auf die derzeitige Kirchensituation müsse sich Kirche so weit öffnen, „dass Ausgetretene nach wie vor im Vorraum der Kirche, an der Schwelle bleiben können, so dass sie dann ohne Schwellenangst drinnen und draußen sind“. Vielleicht sei, so der Kärntner Bischof, das Bild der Passage ein Bild für die heutige Kirche. Angesichts der Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft brauche es eine „Konzentration der Kräfte und gegenseitige Bestärkung in dem, wofür wir uns einsetzen“.
Der von ihm initiierte Leitbildprozess mit dem Leitwort „Mit Jesus Christus den Menschen nahe sein“ verwirkliche, so Bischof Schwarz, mit Blick auf das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Glaubens“  Anliegen und Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils und sei ein Pastoralprogramm, „dass die Evangelisierung fördert und die Sendung der Kirche aufs Neue bewusst macht“. Zur Umsetzung der vorgegebenen Ziele in den vier Bereichen „Menschen“, „Finanzen“, „Prozesse“ sowie „Lernen / Entwicklung“ brauche es, so Bischof Schwarz, „die kreative Kraft unserer Theologen, die spirituelle Erfahrung unserer Seelsorger und ein großes Selbstbewusstsein aller Getauften und Gefirmten“.
Wir würden uns, so der Kärntner Bischof, in Kirche und Gesellschaft in einer „sehr unruhigen, unsicheren und manchmal auch unüberschaubaren Situation“ befinden. In dieser „Umbruchszeit“ sei es eine „große Verantwortung und Herausforderung, als Kirche vor Ort in den Gemeinden zu leben, den Glauben zu feiern und am Leben der Menschen teilzunehmen“. Mit Blick auf die vielfältigen Aufgaben und unterschiedlichen Anforderungen an Priester betonte der Kärntner Bischof, dass die Umsetzung des Leitbildprozesses „keine Aufforderung zu Mehrarbeit oder zu einer noch stärkeren Belastung im priesterlichen alltäglichen Dienst“ sei.
Kirche sei „eine christliche Glaubens- und Hoffnungsgemeinschaft, die feiert, tröstet und betet und sich bemüht, den Menschen in seiner jeweiligen Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen“, sagte der Kärntner Bischof. Besonders in einer Zeit, in der Menschen sich immer häufiger nach Nähe und Geborgenheit sehnen würden, sei es wichtig, „sich selbst zu schenken in einem guten Wort des Trostes, der Freude, im aufmerksamen Zuhören, im Sehen der Not des Anderen oder im Erspüren seiner Bedrängnis“. Unter Bezugnahme auf das Logo der Katholischen Kirche Kärnten, das das Kreuz, umschlossen von zwei Balken, zeigt, sagte Bischof Schwarz: „Wenn Jesus Christus unsere Mitte ist, dann können wir daraus unsere Kraft und Stärke beziehen und zwar in und durch die Begegnung mit ihm. Dabei haben wir nicht etwas zu leisten, sondern wir dürfen sein.“ Es gelte, so Bischof Schwarz, „Nahverhältnisse zu den Menschen aufzubauen und mit ihnen in allen Lebensfeldern zu sein als von Christus Berührte“.

Vortrag von Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz im Rahmen der Dechantenkonferenz in Seggauberg am 24. Jänner 2012